608 Fertigkeiten.
gens in dex Anwendung dieſer Mittel, wenn ſie zum Ziele führen ſollen,
ein meithodiſ unerläßlich erfannt worden, und gibt hierüber jede ſpecielle Methodik hin-
reichende Auskunft. Wir haben nur noch zu bemerken: 1) daß man
mit ver Bildung jener Fertigkeiten beginne, welche die wenigſten und
leichteſten Schwierigkeiten mit ſich führen, und mit ſolchen, die mehr
Kraft erfordern, langſamer voranſchreite, bis der nöthige Kraftaufwand
zu raſchern und beſſern Fortſchritten ohne Furcht, den Schüler zaghaft
zu machen , geſichert iſt. 2) Man unterordne die unwichtigern und wich-
tigern Fertigkeiten , weil es ſonſt nicht möglich iſt, es mit dieſen zu
einem gewiſſen Grade von Vollkommenheit zu bringen. 3) Damit man
nicht überall hängen bleibe, wolle man zu gleicher Zeit nicht zu viele
Fertigkeiten anſtreben , da man ſonſt Gefahr läuft, es zu keiner zu
bringen. 4) Man ſchließe die Uebungen , welche zu Fertigkeiten führen
jollen, jo eng wie möglich an das Leben an, weil ſich der Schüler viel
liebex und Jonah erfolgreicher mit dem beſchäftigt, wovon er eine heil-
jame Verwendung voraunsſicht, al8 mit etwas rein Imaginärem. 5) Den
mvoralijhen Fertigkeiten (wozu hier auch die religibjen gerechnet wer-
den) joll beſonderer Fleiß gewidmet werden, weil von ihnen alle Luſt
zum Fortſchreiten den rechten Antrieb erhält. Die moraliſchen Fex-
tigkeiten dienen den intellectnellen ſtet8 zum Vortheile. 6) Das Ziel,
an welches die Schule die Fertigkeiten der Schüler zu bringen hat,
mu dieje in den Saß ſeßen, ihre weitere Vervollkommnung ſelbſt fortzu-
eben.
B. Fertigkeiten Der Yehrer. Zu dieſen wird bejonder3 die Muſik,
'das Zeichnen und die Sprache gerechnet. Ueber jede dieſer Fertigkeiten
wird an bejondern Orten gehandelt werden, Für jeßt genüge e8, auf den
Werth derſelben im Allgemeinen hinzuweiſen, wobei indeß ganz daſſelbe
gilt, was auch von den übrigen, den Elementarunterricht beſaſſenden Fex-
tigkeiten gejagt werden muß. Die Fertigkeiten machen den Lehrer zu einem
yrattiſchen, brauchbaren Manne, Sie ertüchtigen ihn für ſeinen Beruf und
ſür das Leben; ſie üben ſeine Kraft und ſörvern ſeinen Einfluß. Er wird
Deßhalb daranſ ſinnen, ihr Maß zu vergrößern. Er wird es nicht unter-
laſſen , ſi auch in dem zu üben , was ihm bereits ganz geläufig iſt, weil
er wohl weiß, vaß man -- wenigſtens theilweije =-- wieder vergeſſen oder
verlernen fann, worin man früher große Gewandtheit beſaß. Ex ſucht ſich
jelbſt, joweit es ihm möglich iſt, neue Fertigkeiten zu erwerben, da es ihm
nicht unbefannt iſt, daß eine die andere trägt und unterſtüßt. (S. auch
d. A. Fortbildung der Lehrer.) =- Man ſollte keinen Lehrer finden können,
welcher mit den ganz geringen Fertigkeiten, die ex beſißt, ſich zufrieden gibt,
oder der da meint, er ſei am Ziele aller Fertigkeiten angekommen, weil er
gut ſchreiben, vehnen, Klavierſpielen, ſingen, zeichnen 2c. kann; wie es rü>-
jichtlih der moralijchen Eigenſchaften heißt: „Wer gerecht iſt, werde noch
gerechter, und wer heilig iſt, werde noh heiliger“ (Offenb. 22, 11.), jo gilt
auch von allen andern Cigenj ſie ſich in einem immer höhern Grade eigen machen möge. Beſonder3
achte der Lehrer darauf, daß man von ihm nicht bloß Behendigkeit z. B.
im Screiben verlange , nein, er joll nicht nur ein Schnellſchreiber ſein,
ſondern das, was er ſchreibt, joll zugleich gut jein; und er joll ſich als
ege Arbeiter auch da bewähren, wo ſich ihm Schwierigleiten entgegen-
teilen.
Feſte, 1. Kinderfeſte.

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