634 Fond3 für Schulen. =“ Fordexungen des. Lehror3 an ſich ſelbſt.
daraus veſtriſten werden, die ven Lehrer in den Stand ſeßen, ſich weiter
jortzubilden und mit den Ergebniſſen ver Pädagogik, ſowie der Methopik,
Didaltif und Volk8ſhulkunde gleichen Schritt zu halten; 3) es ſoll eine
Sc Schulkindern Bücher auszutheilen, damit durc< eine geſunde Lectüre ihr
Herz und ihr Geijt Nahrung findet, ihre Anſchauung ſich erweitert und ſie
auch in der ſchriſtlihen Darſtellung, im Style, gefördert werden. Die Ver-
wendung des Erträgnijes des Shulfonds ſteht dem Ortsſchulvorſtand zu, in
dem der Lehrer Siß und Stimme haben ſoll. Solche Fonds können auf
verſchiedene Weiſe gebildet werden. Münd ſc von Schulgärten (Baumſchulen) die Hälfte des Ertrages dem Lehrer zu
geben , die andere Hälfte dem Schulfond zu Überweiſen, auch bei geſeg-
neten Jahren die Gemeinde zu freiwilligen Gaben zu bewegen. Jeven-
falls ſind die Shulverſäumnißgeldexr zu dieſem Zwete zu verwenden.
In der Schweiz werden bei gewiſſen Gelegenheiten, 3. B. bei Hochzeiten,
Bürgerannahmen beſtimmte Beiträge für die Schulfonds erhohen (Tellen).
In Württemberg muß in jedem Orte ein Schulfond ſein und fließen
in denſelben: 1) ein jährlicher Beitrag aus den örtlichen Kaſſen, wel-
vejuhenden Schüler beträgt; 2) der Ertrag des Kix Conſirmationstage der Kinder evangeliſcher Confeſſion und am Tage der
erjten Communion der Kinder katholiſcher Confeſſion , wo dieſes Kirhen-
opfer beſteht; 3) die Strafgelder ſür Schulverſämmniſſe und 4) das8-
jenige, was von dem Ginfommen eines Schulmeiſter8, ſoweit
es aus örtlichen Mitteln fließt und welches während der Erledpigung einer
Sculmeiſteröſtelle unverkürzt ſortzureichen iſt, nach Beſtreitung der Amts-
verwejertoſten übrig bleibt. Die Verwendung ſteht , 'was die Anſchaffung
von Lehrmitteln anbelangt, ausſc Anſchaffung für Schulgeräthſ anbelangt, dem Ortsgeiſilichen im Vereine mit den übrigen Mit-
gliedern der Ort5Sſ Namentlich iſt anzuempfehlen, auf die Geneigtheit von der Schule geneigten
Menſc den Todesfall hin zu bewegen. Im Gejang- und Andachtsbuche für die Erz-
dibceſe Freiburg wird beim Gräberbeſuch am Tage Aller Seelen auch der
dahingeſc Fordery von den Kindern, f, Anforderungen.
Forderungen des Lehrers au ſich ſelbſt, Es gibt, wie in allen Ständen,
j9 auch in vem Lehrerſtande theils ſolche Subjecte, welche in einer gewiſſen
Selbſtgenügſamkeit (Suftsance) dahinleben und ſich ſo viel auf das, was
ſie ſind, zu Gute thun, daß ſie die Nothwendigleit nicht einjehen, weitere
Forderungen an ſich zu ſtellen. In dem Wahne mehr zu wiſſen und beſſer
zu jein als Andere, entgeht ihnen, was jo nahe liegt, daß ſie nämlich noch
Bieles nicht wiſſen, was ſie wijjen könnten , und noch lange nicht ſind, was
fie jein könnten, Theils gibt es unter den Lehrern jolche, welche entweder
zu hohe oder zu niedere Forderungen an ſich ſtellen. Ju beiden Fällen
I viel von ſich, ſo überbieten ſie ihre Kraft und es tritt dann eine baldige
Erſ lex zu hohe Forderungen zu ſtellen, wobei ſicherlich die Gründlichteit des
Unterrichts nichts gewinnt. Fordert der Lehrer zu wenig. von ſich, jo ver-
ſinkt ex in Trägheit und Involenz, worunter ſein Anſehen, ſein Pflichtge-

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