668 AmtSantritt unv Amiseinweiſung, =-- Anglogie.
vertrauten Talenten wuchernd, kommt er auch den mit Anſtrengung ver
bundenen Beruſsanforderungen pünktlich und vollſtändig nach. Mit ſolchen
Cifer ſeinem Amte obliegend, genießt er den Segen innerer Befriedigung i
hohem Maße, während er bei einer egoiſtiſ faſſung jeiner amtlichen Thätigkeit dem Mißvergnügen oder der handwertks
mäßigen Behandlung ſeines Amtes ſ Amtsantritt und Amtseinweiſnug. Der Tag, au dem ein Lehrer das
erſtemal in eine Schule tritt, die ihm vielleicht auf lange Zeit anvertraut
wird, iſt für ihn ebenſo wichtig, als dem Beamten der Tag, an dem er in
eine neue Stellung eintritt. Wenn nun den Lehrer auch fein Dienerper-
jonal vorgeſtellt wird, welches eine Pflicht der Höflichkeit gegen ihn erfüllt,
19 ane es ſich bei ihm doch um etwas weit Wichtigeres , als um eine
bloße Höflichkeit, es handelt ſich um den erſten Gindrud, den er beim Ein-
tritt. in die Schule auf die Herzen der Kinder macht. VWermag ex dieſe
zn gewinnen , jo wird er au< die Herzen der Cltern gewonnen haben.
nderſJeit8 jollen die Kinder gleich von vornherein wiſſen , daß die Ermah-
NUNGgen UND Befehle des Lehrers zu reſpectiren ſind und daß Jemand hin-
tex ihm ſteht, dex den Anordnungen deſſelben Kraft und Nachdrus gibt.
E38 ziemt ſich deßhalb , daß der Lehrer in ſeinen Dienſt eingeführt wird,
und zwar von dem Vorſtande der ihm zunächſt vorgeſeßten Behörde und
in Gegenwart derſelben. Dex Vorſtellende wird die Kinder anweijen, dem
Lehrer gehorſam zu ſein, und zu erkennen geben, daß aller Ungehorſam und
jede Unart gegen ihn ſtrenge beſtraft werde; er wird aber auch vor den
Kindern an den Kehrer die Bitte ſtellen , ſich diejer Unmündigen anzuneh-
nen, und ſie auf ven Pfad des Heiles und der Erkenntniß zu führen, auf
daß ſie das einſt thun, wozu ſie beruſen ſind , ihr Licht nämlich vor den
Menſchen leuchten zu laſſen , damit die Menſchen ihre guien Werke ſehen,
und den Vater im Himmel dafür vreiſen. Dieſem freundlichen Anſuchen
wird der Lehrer ſofort entgegenkommen und die Kinder ſeiner Liebe ver-
fichern, auch ſie ermuntern, fich ohne Scheu ihm zu nähern und über Alles
ihn zu befragen, was ihnen unklar iſt. In ſolcher Weiſe wird er gleich im An-
fange den Grund zu jener herzlichen Liebe legen, welche die Kinder dem
Lehrer ſchenken müſſen, wenn ex unter ihnen heiljam wirkten ſoll. (Vergl.
d. A. Anſtellung und Magazin f. Päd. 1837, 1. 51. 1839, 1. 86.)
Anmtzöeifer, |. Amt oder Beruf des Lehrer3.
- Analogie. -- Dieſes Wort, aus dem Griechiſchen ſtammend (von &6»«,
nad) und Aoyos , Berhältniß) und von Cicero Comparatio (Vergleichung)
genannt, wird im Deutſchen oſt mit Gleichförmigkeit oder Aehnlichfeit ge-
geben. Da die Analogie in der Hand des Lehrers ein treffliches Mittel
iſt, den Kindern 1 näher auf die Beſchreibung derjelben eingehen. -- Man bedient ſich des
Ausdrude3 „Analogie“ da , wv Vorſtellungen und Dinge durch einander
beſtimmt == Verhältniſſe ausgedrückt werden ſollen , weßhalb man ihn zu-
weilen mit „Verhältnißmäßigkeit“ gegeben hat. Weil wir aber zur
Erxkenntniß dieſer Verhältniſſe (analogiſche Erkenntniß) nur dadurch gelangen,
daß wir die Vorſtellungen und Dinge mit einander vergleichen, jo bedeutet
Analogie auch ſo viel al8 Vergleichung, und analogiſiren ſo viel als:
um Behufe jener Erkenntniß vergleichen. Da wir durch dieſe vergleichende .
peration die Identität oder Uebereinſtimmung der Dinge und Vorſtellungen .
in bekannten Cigenſchaften und Beziehungen erheben und erkennen lernen,
jo dentt man ſich unter Analogie ein Gleichheits- oder Aehnlichkeits- ,
verhäultniß.

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