Ubeſchüß. --- Aböndmadlsfeier der Schulkinder. 7?
kommen , alfy namentlich keine Silben , welche nicht den Beſtandtheil eines
Wortes ausmachen , in Gegentheil : auch die einſilbigen Lautverbindungen
ſollen ganze Wörter ſein. Daß man dies kann, hat Kühn in ſeiner
Fidel gezeigt. 8) Es darf nichts Unrichtiges vorkommen , denn es ſoll ſich
vem Sinne des Kindes kein faljches Worthild einprägen. Solche Unrich-
tigfeiten jind 3. B. Silben, wie: erb , brot, not 2c,, weil Hauptwörter nie
mit fleinen Buchſtaben geſchrieben und blos um der Uebung willen keine
Buchſtaben zujammengeſeßt werden jollen. Ohler verlangt daher mit Recht,
vaß bei der Fibel j und Oberklaſſe berücſichtigt verde. |
Abeſchüß nenut man einen Schüler, welcher die erſten Anfänge des
Lejen3. lernt, und jpottweiſe einen jeden Anfänger in einer Wiſſenſ vder einem Handwerke. Die Ableitung und Zuſammenſekung des Wortes
ijt zwar ungewiß, aber auch höchſt gleichgiltig. Adelung konnte darüber
feinen Aufſchluß geben. Palmer leitet den Ausdru> auf die fahren-
den Schüler (Bachanten) zurück, welche wieder jüngere Schüler , die ſie
unterrichteten, mit ſich führten, und die alsdann für ſie allerlei Lebens-
mittel „jchicßen“, d. h. heimlich ſih aneignen mußten. Der Ausdruc
„hießen“ ſtatt wegnehmen kommt allerdings in der alten Studentenſprache
und jeht noch vor. Eijelein ſagt, der Ansdruck ſei offenbar von gleichem
Schlage, wie Feldſchüß und Brettſ<üß , welche Feldhüter und Obergeſfell
vedeuten. Wie dieſe Feld- und Arbeitsbrett hüten, ſo jener ſeine Fibel
oder Abetafel. Wir unſerjeits halten dieſe Ableitungen alle für zu weit
hergeholt. Der den Ausdru> zum erſten Male gebraucht , hat jedenfalls
nicht nachgedacht , ſondern geſcherzt und der Name hängt vielleicht mit der
Redensart „du biſt ein netter Schüß“ zuſammen, um die Ungeſchiklich-
keit der Anfänger zu bezeichnen.
Abendmahlsfeier der Schulkinder oder Kindereommunion. Die Frage, wann
die Kinder das erſtemal zur heiligen Communion zugelaſſen werden ſollen,
iſt nicht jo entihieden, wie die Frage, wann ſie zur Beichte verpflichtet ſind.
Was die Nothwendigkeit der Beichte anbelangt, ſo gilt der unbeſtrittene
Saß, daß dieſe Pflicht eintritt, wenn die Möglichkeit , eine ſ zu begehen, gegeben iſt, alfo beim Eintreten der Unterſcheidungsjahre. (S. d. A.
Beichte der Kinder.) Allein der Empfang ver heiligen Communion iſt nicht ſo
nothwendig, als die Reinigung durch die Beicht, und in Anbetracht der Erhaben-
heit diejes Geheimmiſſjes der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit wartet mau
gerne [9 lange zu, his die Kinder ſorgfältig unterrichtet und um [vo eher im Stande
jind, die Gefühle des Dankes und der Anbetung zu erwecken. = Die Meinung
verjenigen Theologen, welche die Kinder ſchon vor dem neunten Jahre zur
heiligen Communion verpflichten wollen , iſt darum in der Praxis nicht
durh es durchweg als Regel feſigeſebt wird, ſchon verſpätet zu jein. Gewiß iſt,
daß es nicht im Geiſte der Kirche liegt, die Schulentlatſung und die erſte
heilige Communion in der Art miteinander zu verbinden , daß das Auf-
jhieben der heiligen Communion als Mittel gebraucht wird, den regel-
mäßigen Schulbejuch zu befördern. Jn der neueſten Zeit haben auch die
weltlihen Sc erſte Kindercommunion keine Anwendung finde, während es dem Geiſte
der jüngſtvergangenen Zeit angehörte , die Kirche zugleich als Polizei zu
gebrauchen. Dabei ſoll jedoch nicht in Abrede geſtellt werden, daß dieſe
Verbindung in den meiſten Fällen dem Zwed>e entſprechen dürfte , wenn
ſie nur nicht al8 ausnahmöloſes Geſetz aufgeſtellt wird. Es gibt immer
Fälle , in welchen dex Empfang der heiligen Sacramente in einer Zeit, in

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