148. Gefühl --- Gefühlsvermögen. =“ Gegenreiz.
Lob und Prei8 des unendlich) vollkommenen Gottes , in dex Hoſſunung ---
Demuth, Dankbarkeit, Geduld , in der Liebe -- Gehorſam , Eifer ſür die
Chre Gottes, Freude an den göttlichen Vollkommenheiten und Werken 2c,
erwacht ſein, und ſind dieſe Geſühle erwacht, dann dienen ſie wiederum zur
Befeſtigung des Glaubens, zur Stärkung ver Hoſſnung und zur Entzün-
dung der Liebe. 8) Doch hängt der Glaube nicht bloß von ver religidjen
Erfenniniß, die Hoſſnung nicht bloß von den Werken der Andacht, noch die
Liebe von dem Geiſte und den Thaten der Sclbſtverleugnung allein ab;
es müjſen dieſe göttlichen Tugenden, um einen objectiven Werth zu haben,
ſich enge an den kirchlichen Kult anſchließen mid von demſelben ihre Sal-
bung empfangen , weil ohne ihn an ihren Fortbeſtand und ihre Fortent-
wilung nicht zu denken iſt. Bewegen ſich Glaube , Hoffnung und BViebe,
dieſe Träger der religibſen Gefühle, innerhalb des kirchlichen Bewußtſeins
111nd Leben8, dann fehlt es ihnen nie an Anrequnqg und geſunder Nahrung,
und die ebengenannten Geſühle ſind vor allen , in jubjectiven Richtungen
liegenden Abirrungen um ſo geſicherter. 7) Was dicſe leßtern anbelangt,
jo treten ſie in einem ſrommen, aber gedankenloſen Gerühriſein auf, oder
in ſelbſtgewählten und ſelbſtgefälligen Andachtsübungen neben der Vernach-
läßigung der wichtigſten Berufspflichten, oder in überſpannten Acußerungen
der Religioſität, welche nicht3 für ſich haben, als den eigenen Willen, welche
aber ebendarum meiſtens ein ſchlimmes Ende nehmen. Der Erzieher muß
ihnen j den Augen der Kurzſichtigen =- und deren gibt es viele -- das wahre
religivbſe Gefühl in Berruf bringen, indem man es mit ſeinen Au3artungen
verwechjelt. Man arbeitet dieſen aber am ſicherſten entgegen, wenn man,
wie ſchon angedeutet, das religibſe Gefühl an dem kir Leben , nicht am ſubjectiven Meinen und Belieben ſich entwickeln läßt.
5) Dieſe Entwieklung bringt es mit ſich, die Lehre des Glaubens3 ſtreng
nac< dem kir der Kirche und wie ſie zu üben , in die gottesdienſtlihen Handlungen ein-
zuführen, für ven Cmpfang dex heiligen Sacramente zu begeiſtern, Achtung
jür Alles, was mit der Religion zuſammenhängt, einzuflößen. es) Es muß
vermieden werden , die Kinder mit religiöſen Geſprächen und Uebungen zu
überladen. Eine jehr fromme Mutter klagte einſt vem heiligen Franz von
Sales, daß ſie ihrem Sohne, ungeachtet ihres beſtändigen Vorpredigen38 und
Zuſprechens , keine Neigung zur Religion beizubringen vermöge. Seine
Antwort war : „Modame , anſtatt mit ihrem Sohne beſtändig von Gott zu
jprechen , ſprechen ſie deſto öfter mit Gott von ihrem Sohne.“ Auch in
ven beſten Dingen gibt es ein Zuviel. Es fehlt nicht an Veranlaſſungen,
wo man bei den Kindern religiöje Gefühle erregen kann, man braucht fie
ihnen nicht aufzunöthigen, wo weder Anlaß noch Stimmung dazu vorhan-
den iſt. &) Ein nicht geringerer Mißariff in der Leitung der religiöſen
Gefühle wäre e8 , wenn man Zeichen der Andacht, Gebete over ſonſtige
religiöſe Uebungen, Kirhengänge 2c. zur Strafe für begangene Fehler auf-
legen wollte. Damit kann man nur antireligiöſe Gefühle erzeugen. (S. d.
A. Religion3unterricht.) =- Des Gemeingefühls, als der allgemeinen
Empfindung von dem innern Zuſtande des Körpers, können wir hier nur
por ergehend gedenken , da ſich der Artikel „Taſtſinn“ näher vannt befaſ-
en wird. |
Gefühl, äſthetiſches, religivſes, ſittliches, |. Gefühl.
Gefühlloſigkeit, 7. Fühllos. -
Gegenliebe, ſ. Liebe,
Gegenreiz, 1. Reiz.

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