9092 Geruch,
Geruch. Der Geruchsſinn gibt der Seele über Stoffe Auskunft, die
an ſich luſtſöymig over in-die Luſt übergegangen ſind; ex iſt ein Sinn, weil ex uns das innexe Weſen des betreffenden Riechſtoffes erſchließt.
Vom Geruchsorgan wird nur der geringſte Theil, die ſogenannte äußere
Naje, geſehen; der bei weitem größere iſt ein dem Auge verborgener Theil
des Genhtsjhädel8. Er iſt nach unten von dem Dache der Mundhöhle,
nach oben von dem Boden des Hirnſchädel3 und nach beiden Seiten von
den Augenhöhlen umgränzt. Durch die Mitte des Geruchsorganes verläuft
eine Scheidewand, ſv daß zwei gleiche Hälften entſtehen, welche nach
vorn je mit einer kleinen horizontal geſtellten Oeffnung (den ſog. Naſen-
1ö<4ern) gegen die atmoSphärxiſche Luft, und nach hinten mit je einer größe-
ren jenkrecht geſtellten Deſſnung (den Choanen) gegen die Nachenhöhle
ausmünven. Zm Ganzen ſtellt ſomit ver Geruchsayparat zwei Ca-
näle dar, durc< welche die Luft von Anßen nach der Rachen-
höble ſtxeichen kann, um von da dur< den Kehlfoyf in die
Lungen hinabgelangen zu können. Dieſe Canäle ſind viereckig
mit jamalem Boden, noh ſc venen die der Geſichtsmitte entſprechende Naſenſcheidewand beiden Canälen
gemeinſam iſt und glatt ſich zeigt, während die Außenwände vurch muſchel-
ſörmige Vorjprünge eine vielgeſtaltige Oberfläche darbieten und außerdem
noch Deſſnungen zeigen, die theils in Lufträume, ſog. Nebenhöhlen,
theils jederſeit8 in einen Canal führen, durc< welchen die Thränenflüſſig-
feit jedes Auges in die betreſſende Naſenhöhle ablaufen kann. --- Der mu-
ſcheljörmigen Vorſprünge ſind es jederſeit8 drei: die untere, vie mitt-
lere und die obere Muſchel. Sie liegen übereinander, jo daß man
in jeder Naſenhälſte drei Gänge unterſcheidet: den unteren Naſengang
zwij zwiſchen unterer und mittlerer Muſchei, und den oberen Naſengang
zwijchen mitilerer und oberer Muſchel. Vom unteren Najfengang führt je
eine Seitenbſſuung in die Oberkicferhöhle, die zwiſchen dem Dache der
Mundhöhle und vem Boden der Augenhöhle liegt ; in den mittleren Naſen-
gang mündet jederſeits der jhon genannte Thränen-Naſfencanal, und
im vheren Najengange befinden ſich drei Deſſnungen, von denen die vordere
in die jog. Stirnhöhlen (welche die Prominenz der Stirne oberhalb der
Najenwurzel bedingen), die hintere in die Keilbeinhöhle und die mittlere
in die Luſträume des Siebbeins, die ſog. Siebheinzellen führen.
-- Beide Najenhöhlen mit ihren Vorſprüngen und Nebenhöhlen ſind mit
einer Schleimhaut ausgekleidet, in denen ſich Nerven verbreiten. Von den
wirklihen Geruchönerven, zwei an der Zahl, verſieht jedoch jederſeits
einer nur die Siebbeinzellen, die obere Muſchel und das obere Dritittheil
der Najenjcheidewand, ſo daß nur dort die eigentliche Geruc zu Stande kommt; die beiden anderen Nebenhöhlen (Stirn- und Keilbein-
höhle), ſowie die übrigen nac< unten gelegenen Theile werden von Gefühls-
nerven verjehen, dur< welche, wie im Artikel: „Taſtſinn“ zu finden, die
Temperatur- und Taſtempfindung, ſowie deren Steigerung, die
i deren Sinnen, jo theilen wir auch hier den Geſammtapparat in zwei Theile:
1) Der Zuleitungstheil der Riechſtoffe. Als ſolchen repräſentiren ſich
die Unteren zwei Dritttheile der inneren Naſe. Es ſind näm-
lic) daſelbſt die muſchelartigen Vorſprünge ſo angebracht, daß wohl die
Cinathmungsluft zum GeruchSantheile* hinauſſteigen kann, dagegen der
Strom der Ausathmungsluft gebrochen und gegen die Naſenlöcher hinge-
lenkt wird. Daher die eigenthümliche Erſcheinung, daß man ſaſt nur beim
Cinathmen riecht, Anßerdem kommen dieſem Theile ſammt den Oberkiefer-,


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