Gott. 989 *
Tage, wie die religibdje Symbolit, enthalten auch für Kinder ſehr Vieles,
was ſie über Gott belehrt. Die bildlichen Daxſjellungen der Geburt und
Finvheit Jeju ſind recht wohl verſiändlich für Kinder von jec Jahren. De8gleichen die ſaſt in jeder Kirche aufgeſtellten Stationen und
ndere Bilder, welche das Wirken und Walten des gnädigen dreieinigen
Gottes vor Augen ſtellen, Nicht weil Gott unverſtändlich iſt , wiſjen die
Finder in ver Regel ſo wenig von ihm, ſondern weil ihnen das Verſtänd-
jiche an ihm nicht verſtändlich gemacht wird. ES fehlt nic „zum erſten Unierrichte von Gott. Eine Menge von Leſebücher wie die
'"Qatechismen leiſten in dieſer Hinſicht die vortrefflichſten Dienſte. Der Fehler
"bei dexen Gebrauch beſteht gewöhnlich nur darin, daß man den Kopf des
Findes zu ſrühe mit Definitionen und Rubrikenwert anfüllt, ſtatt mit An-
' ſhauungen und Vorſtellungen. Dies ſührt uns auf die dritte Haupt-
' regel für ven erſten Unterricht über Gott, daß nämlich der Lehrer
' oder Erzieher bei vem Weſentlichen, dem Lebenskreis des
Findes Angemejſſenen ſtehen bleibe und nicht zum Schwerern
yoranſ achtung dieſer Regel'iſt es zuzuſchreiben, daß ſich 10 viele mangelhafte Kennt-
niß Gottes vorfindet. Hier vorzüglich triſſt das Wort zu : Lieber wenig
und gut, als viel und jhlecht. Vor Uebereilung bei dieſem Gegenſtande
ves Unterrichtes kann man nicht genug warnen. Worauf es jedoch bei der
Behandlung veſſelben ganz Leſonders ankommt, iſt die Umjehung des Lehr-
| ſioffes im's praktiſche Leben. Das Gelernte muß ein Geübltes werden. Dies
geſchieht zunächſt dadur<, daß die vorgetragene Lehre dem Gemüthe und
Willen nahegebracht und in Gebete umgeſeßt wird, wie ſolches Stolz und
Schufter theilweiſe verſucht haben ; dann dadurch, daß man die Kinder an
die erlernte Lehre da erinnert, wo ſie einen Gebrauc< davon machen können
und ſollen. Will 3. B. ein Kind vor dem Nachmittags8gottesdienſt in ein
-Nachbar8haus, wn mit andern Kindern zu ſpielen, jo ſrage man es vor-
her: ob es noch wiſſe, daß Gott ewig ſei, und daß es außer ihm fein
(Gut gebe, auf das man ſich immer verlaſſen könne? Man halte ihm 1o-
dann vor , daß es aus dieſem Grunde beim Unterricht verſprochen habe,
zuerſt Gott zu ſuchen und ihm zu dienen, und darum möge es nun in die
Kirche gehen, ehe es zum Spiel ſich hegebe. Oder wenn Eltern und Lehrer
dem Kinde auf ſeinen verſchiedenen Wegen mit den Augen nicht folgen
können , womit werden ſie es vor dem Böſen ſchüßen ? Offenbar damit,
daß ſie ihm die Lehre von dem allgegenwärtigen und heiligen Gott in's
Gedächtniß ruſen. Sv verfahrend, macht man den Unterricht von Gott zu
einem praktiſchen. = S. Kirchenblätier für das Bisthum Notienburg,
3, Jahrgang. S. 344--363, wy die Lehre von Gott für Kinder der erſten
Flaſſe kurz und faßlich dargeſtellt iſt, inſoweit ſie die Eigenſchafteit Gottes
umfaßt. =- Wenn aber Kinder von je - yon Gott in ver angegebenen Weiſe fähig ſind, um wie viel mehr werden
dies Kinver von höhern Jahren ſein! Ihnen muß der Unterricht von
Gott in der gründlichſten Weiſe ertheilt werden; fie müſſen ihn jo kennen
lernen , daß ſie ſich dieſer Erkeuntniß hoch freuen; jie müſſen einſehen,
welchen Segen ihnen dieſe Erkenutniß ſür's ganze Leben gewährt und wie
unglüdlich fie ohne dieſelbe wären, Golt muß ihnen Alles in Allem wer-
ven, und ſie müſſen auf dex leßten Stuſe des Unterrichles im Stande jein,
Rechenſchaft über ihren Glauben an ihn zu geben. Wahre und leben-
dige Gotteserkenntiniß , die man ſich in früher Jugend eigen gemacht,
leuchtet dur<'s ganze Lehen und hat Millionen vor großen Verirrungen
* hewahrt.
- Encyclopähie des Unterrichts- und Erziehungbweſen. IT. 19

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