Heinſius, = Herbart, 387
ſic wohl von ſelbſt und ſo muß derſelbe auch als Schriftſteller auf dieſem
Felde um ſo mehr geſchäßt werden, als alle ſeine Schriften das entſchiedenſte
religißſe Gepräge an ſich tragen und einen wohlthuenden Eindru> zu
machen nicht verfehlen. Weniger bedeutend ſind ſeine belletriſtiſchen
Leiſtungen, Von ſeinen Schriften nennen wir : Lehrbuch der Seelenſtörungen
und deren Behandlung. Leipzig 1818. 2 Bände. Lehrbuch der Anthrovpo-
logie. Cbdſ, 1822, 2. Auflage 1831. Lehrbuch der Seelengeſundheitskunde.
(Ebdſ. 1824-1825. 2 Bände. Die Pſychologie als Selbſterkenntnißlehre.
Ebdſ. 1827. Ueber die Lüge. Ebd!. 1834. Ueber den Begriff der Ex-
iehung. Ebdſf. 1836. Ueber Erziehung und Selbſtbildung. Ebdſ. 1837.
Orthobiotit. 1839.
Heinſinus, Otto Friedrich Theodor, berühmter und verdienſtvoller
deutſcher Sprachforſcher, theoretiſcher und praktiſcher Pädagoge, wurde zu
Tſchernow in der Neumark den 16. September 17709 geboren und vollen-
dete feine Studien in Halle. Er war zuerſt Lehrer am Friedrich-WilhelmSs-,
und ſodann RNrofeſſor am Berlin-Cöller'tchen Gymnaſium in Berlin, wo ex
am 18. Mai 1849 ſtarb, nachdem er nur zwei Jahre im wohlverdienteit
Nuheſtande gelebt hatte. Von ſeiner Thätigkeit geben ſeine zahlreichen,
umfaſſenden Schriften Zeugniß. Die bekannteſten Werke ſind ſeine ſprachforſch-
lichen , darunter die: Deutſche Sprachlehre, welche 1798 in 3 Theilen
zu Leipzig erſchien und 1833 zum fünften Male aufgelegt wurde. Cbenſo
erſchien 1801 feine neue deutſche Sprachlehre ebend). in 3 Bänden, welche.
18292 die vierte Auflage erlebte. Deſſen kleine deutjc welche 1804 das erſte Mal erſchien und bis 1812 dreizehn Mal aufſge-
legt wurde, war 40 Jahre long als Lehrbuch an den meiſten deutſchen
Mittelſ Lehrbuch der deutſ 1835---1840. 6 Bände. Kleiner deutſcher Svprachkate und Land. 1812. 3. Auflage 1819. Sprach- und Sittenanzeiger der Deut-
ſhen. 1817. Volksthümliches Wörterbuch der deutſ 1822. 4 Bände, Zu den praktiſchen Schriften gehören: Die Bürgerſchule.
1807. 6. Auflage 1839. Die Pädagogik des Hauſes, 1838.
Herbart, Johann Friedrich, gehört zu denjenigen Philoſophen,
welche nicht, wie die Erziehungsidealiſten (f. d. A. Hegel), der Pädagogik
gelegentlich und inſofern ihre Aufmerkſamkeit zuwendeten, als fie im Bilden
ihrer Theorie derſelben begegneten , ſondern die die Pädagogik ganz eigent-
lich philoſophiſch aufgefaßt und bearbeitet haben. Darum hat Herbart
auch, wie Beneke, einen ſo großen Einfluß auf dieſe Wiſſenſchaft ausgeübt,
al8 na; Mager's Urtheil (f. d. A. Beneke) dies vem Pſychologen möglich
iſt. Geboren wurde Herbart am 4. Mai 1776 zu Oldenburg. Sein Vater,
eint fürſtliher Kanzleirath, und ſeine Mutter Lucia, Margareiha Schütten,
die Tochter eines Arztes, erzogen denſelben auf eine ſehr verſtändige Weiſe
unter Beobachtung all der Regeln, die eine geſunde Erziehungslehre au
die Hand gibt. Der Knabe ſchlug ſeinem Großvater, dem Jector des
Oldenburger Gymnaſiums, Johann Michael Herbart nach, der als ein
yhiloſophiſc< gebildeter Schulmann von Bedeutung galt. Er entwidelte
hald außerordentliche Geiſtesfräſte und zeigte große Vorliebe zu ernſten
Studien, dabei ein tiefes, religidſes Gefühl. Mit ac über ſeine Altersgenoſſen hinaus. Der Religion8unterricht gab ihm Ver-
, anlaſſung zu philoſophiſchen Betrachtungen. 1794 bezog Herbart die Uni-
verſität Jena und hörte Fichte, der gerade damals berufen worden. Allein
die Vorleſungen dieſes berühmten. Lehrer8, weit entfernt, ihn zu gewinnen,
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