636 Kirche, ihre Pädagogik. =- Kir Freundin: „Du glaubſt nicht, wie freundlich ich jeht auf meine Mädchen
blide, da ich ſie ihrem Erlöſer näher verbunden weiß, und von ſeiner
Gnade und Treue hoffe, daß er ſie näher zu ſich ziehen werde.“ Sie be-
zeitete jeht nicht nur ihre Schülerinnen auf die Confirmation jorgſältig
vor , ſondern ſie gab auch den bereits Confirmirten wöchentlich eine Bibel-
ftmde, in der jie ihnen die heilige Schrift aus dem reichen
Schaßze ihrer Erfahrungen mit genauer Beziehung auf die
Bedürfniſje und Pflichten des Lebens exklärte, und dur<
welche jie mit ihnen bis in ihr reiferes Alter fortwährend
in einer jeeljorgeriſchen Verbindung inniger und zarter
Art verblieb. (Das Weib. Zwei Vorträge von Adolph M ona d. 2. Auflage.
Hamburg 1859. Agentur des rauhen Hauſes.) Hier haben wir das Bild
einer nam Wahrheit ſtrebenden Seele. Daß ſie zum Glauben an den
Heiland fam , hing davon ab , daß ſie den Thomas von Kempis und die
Schrijten von Auguſt Hermann Fran&Fe in die Hände bekam und -- Ge-
I Hunderten von Erziehern und Erzieherinnen in Hamburg begegnet dies
nicht. Gs gebricht ihnen an evangeliſcher Kenntniß und ihre Kinder erhalten
keine von ihnen. So etwas kann in einer katholiſchen Schule, bei fatho-
liſ nochmals mit Durſch: Außerhalb der Kirche iſt keine wahre Erziehung.
(A. a. O. Vorrede.) Clr. Magazin für Pädagogik 1854, Heft 1. und 2.
„Zur Charakieriſtik der evangeltijchen Pädagogik“ von Chr. Balmer. Von
Dr. IJ. Bucher. Und Heft 5. „Die Reformation und das Princip der
Pädagogik“ von Pf. Buohlex.
Kirhengeſang, 1. Choral, Figuralmuſik.
Firchengeſchichte, |. Geſchicht3unterricht.
Kirchenlied, deutſches. Invem wir, was den Charalter des Liedes
anbelangt, auf den Artikel : Lied ſelbſt verweiſen, haben wir hier der
Behauptung zu begegnen, daß es vor ver Reformation keine deutjchen
Kirchenlieder gegeben habe, und daß das Volk nur auf die Wiederholung
der liturgiſchen Formeln des Alleluja , Kyrie 2e. beſchränkt gewejen ſei.
Dieſer Vorwurf wurde nicht nur von Wadernagel, Winterfeld,
Anthes und Vilmaxr gemacht, ſondern vox und nach ihnen war dies
der nämliche Draſch , der in der Geſchichte der deutſchen Nationalliteratur
aufgetiſcht wurde und in der neueſten Zeit hat noch der proteſtantiſche
Pfarrer Wilhelm Baur in Etting3haujen ſich zu der ungemeſjenen Be-
hauptung verſtiegen: „Die echt deutj hindurch innerhalb der Kirche faſt ausſchließlich auf das Kyrie eleijon an-
gewieſen war und nur außerhalb der Kirche bei feſtlichen Veranlaſjungen
freie Bahn hatte, fand endlich in der deutſchen Reformation, welche die
Mutterſprahe in das Heiligthum einführte und das Heiligthum in die
Mutterſprache, ihre Betſreierin, und ergoß ſich nun in einem mächtigen
Strome von Liedern. Zuleßt darf man wohl behaupten, daß ver heilige
Geiſt mit dem deutſchen Volks8geiſte nirgends eine inmigere Vermählung
vollzogen habe, daß das Wort Gottes und die deutſche Sprache nirgends
völliger eins geworden ſeien, al8 im deutſch-evangelijſ (Encyclop. von Schmid. Art. Geſangbuch.) Dem gegenüber iſt jhon oſt
bemerkt worden, daß es ſich mit dem proteſtantiſchen Kultus ganz anders
verhalte, als mit dem katholiſchen. Im proteſtantiſchen Kult iſt die Be-
lIehrung vorherrſchend, und Predigt und Geſang ſind die Träger deſſelben,

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