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Menſchenſcheu, 2831
Verhütung oder Unterdrü>äung das Spiel mit recht guten eingezogenen Kin-
dern z denn da werden die Kinder, die etwa eino Dispoſitivn zur Menſchen-
ſjheu haben, heiter, offen und geſprächig; auch wähle man ſolche Spiele aus,
die zur Mittheilſamkeit nöthigen. 3) Man pflege unter ihnen den Geſang,
vo& dulde man nicht, 1o wenig als bei den Spielen, daß fie ſich dabei
großem Geſchrei und Lärmen überlaſſen. 4) Ein Kind, welches gewöhnt
worden iſt, ſic bei Bejuchen und Begegnungen fremder Perjonen freundlich
zu benehmen, den rechten Anſtand und die gehörige Beſcheidenheit zu beo-
hachten, wird nicht leiht menſchenſ Sinne zu handeln; inSbeſondere jage man ihm genau, wie es grüßen, wie
es auf Fragen dem Fremden antworten ſoll ; denn oft iſt ein Kind nur da-
rum menſchenj Folge davon gern von Fremden zurückzieht, und ſich ſcheut, ihnen zu begeg-
nen, denn es fürchtet, ſich in Wort oder Haltung zu verfehlen. 5) Ein
Hauptgrundjaß für dieje Seite der Erziehung bleibt es , bei der häuslichen
Erziehung jo zu verfahren, daß ſich daraus den Kindern von ſelbſt ergibt,
wie ſie jim auswärts zu betragen haben ; denn weſentlich ſoll das Beträgen
des Kindes gegen die HauSangehörigen nic ihm gegen Fremde vorgej „Ww
nicht höflicher, artiger, freundlicher 2. benehmen dürfen, als gegen Eltern,
Geſchwiſter. Großeltern, Dienſtboten, Miethleute, Sieht man zu Hauſe da-
rauf, daß das Kind gegen alle Bewohner Anſtand und Achtung, gute Sitte
und Manier beobachtet, dann wird es nicht verlegen fremden Leuten gegen:
über und man wird ihm au nicht viele Vorſchriſten und Negeln für den
Umgang mit denjelben geben dürfen. Allein: hie Rhodus, hic alta! Das
Kind fühlt nur zu gut, daß es ſich auswärts nicht zeigen dürfe wie zu Hauſe,
weiß aber dabei nicht, wie es ſich zeigen darf, und wird aus dieſem Grunde
menſ ſeitige Achtung der Familienglieder ſorgfältiger gepflegt werde; dies wird
der Menjc von Natur aus ein timides ſc die größte Vorſicht, weil ihre Menihenſheu nicht allein in ſ Geiſte8sanlagen, jondern meiſtens zuglei< in phyſiſchen Zuſtänden wurzelt.
(8 braucht hier nicht viel, um den glimmenden Docht vollend38 zu erlöſchen.
Wohlwollen, das übrigens nicht in Tändelei ausarten darf, wird am ſicher-
ſten zum Ziele führen. 7) Diejenigen Fälle, wo die Menſchenſcheu als Folge
geheimer Jugendſünden eintritt, werden nicht häufig vorkommen ; jedenfalls
wird die Scheu mit der Sünde weichen. UVeberhaupt gilt hier, wie in ſv
vielen andern Dingen, der Grundſaß: pflanze den heiligen katholiſchen Glau-
ben in jeiner Schönheit und Erhabenheit in die Seele des Kindes, und die
Menſc erfaßt, ſtimmt das Gemüth nicht puritanijc ſhenſreundlich und erfüllt es mit Friede und Freude. Da in ihm nichts
liegt, was den Menſc nur, was den Menjhen dem Meuſchen ac jo beſiht er auch die Panacee gegen die Menſ die gegen die leßlere angewendeten pädagogiſchen und religiöſen Mittel nicht
auszureichen jicheinen, da ziehe man einen Arzt zur Berathung bei. 9) Daß
die Menj erzeugt werden kann, beweiſt vie Erfahrung. Der Erzieher wird daher eine
jolche Behandlung vermeiden. 10) Einer ſtatthaften und pflichtmä-
ßigen Menſchenſh * ausgelajjenen, ungeſitteten, glaubensloſfen Menſ jchenj

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