Petrus Forrerius. 591
deſjen jämmtlichen Scriften. Zürich 1846. Blohmann, Züge aus
Beſtalozzi's Leben und Wirkon. Leipzig 1846. Die neueſte Schrift
Schentels iſt ſo unbedeutenv, daß man fich wundern muß, wie ſie ein
Gelehrter aut den Mark bringen konnte.
- PBetrub Forrerins (Peter Fourier), der Pfarrer von Mataincourk,
wurde am 30. Jamtar 1565 zu Mirecourt -in Lothringen von armen
Eltern geboren. Er führte in Pont 4 Mouſſon, wo er ftudirie, ein ſehr
hartes und ſtrenges Leben, Schon mit ſiehenzehn Jahren hatte er Kinder
aus ven vornehmſten Fomilien zu unterrichten , eine Beſchäftigung, der ex
ſich nicht nur mii der vollen Licbe eines edlen Herzens hingab, ſondern vie ihn
auch mit dem Gedanken vertraut machte, ſich hauptſächlich der Erziehung zu
widmen. Eine Zeitlang war er Chorherr zu Chaumonſey. Er war dreißig Jahre
alt, als ihm drei Pfarreien angetragen wurden. Er wählte das arme in Laſter
und Unwiſſenheit verſunfene Mataincourt, deren Bewohner er durc<
ſeinen Eifer und ſein apoſtoliſc Mit aller Wärme eines edlen Herzens verwendete er jeden vom Pfarrdienſt
freien Augenbhli> auf Erziehung und Bildung der Jugend. Dieſen Unter-
richt auch nach feinem Tode fortzupflanzen , kam er auf den Gedanken,
Religiojen für den Unterricht der Knaben und Chorfrauen für die Ex-
ziehung der Mädchen eigens zu beſtellen. Mit dieſem Gedanken beſchäſtigt,
war er zum General ſeiner Chorherren-Congregation erwählt und deren
Verbeſſerer geworden. Die wildeſten Unruhen und Kriegsſtürme im Lande,
welche ihn jelbſt einige Jahre von ſeiner Heerde vertrieben und ſeinen
Lebensunterhalt mit Unterricht zu gewinnen zwangen, waren nicht im Stande,
ihn von jeinem j ihm der Himmel in dem ruhigen, bußfertigen Weltkind Alix le Clerc, ſowie
in den gleichgeſinnten Schweſtern Gante Andr& , Johanna von Louveoir
und Claudia Chauveonel tüchtige Werkzeuge zur Ausführung ſeines Planes
zu , während die reiche Frau von Aspremont ſo ſehr für den Eutwurf
jich begeiſtert fühlte, daß ſie alle Mittel zu ſchaffen ſich bereit erklärte.
jeht gründete Peter zu Mataincourt ein Haus zur gemeinſchaftlichen
Wohnung der ſrommen Erzieherinnen , erhielt bald 1601 von Frau von.
Aspremont ein größeres zu St. Mihiel und ließ dort die Schule eröffnen.
Die anſangs ſtrenge , ja herbe Leben5weiſe konnte in die Länge unmöglich
mit den Mühen des Unterrichts ſortgeſeßt werden. Daher ordnete Fourier
nach diejer Erfahrung ſeine Negeln und Saßungen und ließ der wacern
Alix le Clerc bei den Urfulinerinnen zu Paris praktiſchen Unterricht über die
mögliche Vereinigung klöſterlicher Strenge mit der Kindererzichung extheilen.
Im Jahr 1603 erwirkte er ſofort eine päpſiliche Bulle zur förmlichen
Conſtituirung dieſes Vereins unter dem Namen der Congregation zu
Unjerer lieben Frau in Lothringen. Alix le Clerc wurde zur erſten
Aebtiſſin ernannt, nachdem ſie noch andere Erziehungshäuſer zu Nancy,
Verdun, Pont 4 Mouſſon , Chalons u. ſ. w. errichtet hatte, und das Haus
zu Nancy als erſtes Kloſter eingeweiht worden war, Fourier ſorgte dafür,
daß auch Unterricht außer dem Haus ertheilt werden durfte , und publicirte
im Jahre 1617 die Kloſterſazungen , die mit denen der Urſulinerinnen
Manches gemein haben. Die letzten Tage Peters wurden noch durch Kriegs-
greuel getrübt. Won allen ſeinen Anſtalten durc< Soldatenhorden vertrieben,
ixrte der ehrwürdige Mann lange umher , nährte ſim künmmerlich, pflegte
mit unermüdlicher Liebe Kranke und Verpeſiete und ſtarb endlich zu Gray
in Burgund an einem viertägigen Fieber am 9. December 1640. Sein
Leichnam ruht zu Mataincourt und wird als ein heiliger Schaß verehrt.
Man- vgl. Ritter, Karl, der ſelige Petrus Forrerius. Linz 1855. Schon
unter Alix le Clerc (| 1622) hätte der Orden noch einige Klöſter gewonnen,

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