592 Petrus Foxrerius, =- Pfarrſchulrn,
zu welchen unter der zweiten Aebtiſſin, Angelica Milly, noch mehrere neue
hinzukamen. Die Congregation verbreitete ſich nunmehr glücklich über Frank-
reich und Deutſchland, blieb ihrer Beſtimmung getreu und erhielt ſich ſtets
allgemeine Achtung und Liebe, „bis die Schre>en der großen Revolution auch
ihr tiefe Wunden j noch Häuſer zu Bordeaux, Charaillon in der Erzdiöceſe Avignon, Chalons,
„Limoges, Molsheim in der Dibeeſe Straßburg, Narbonne, Paris, Veſth,
Nom , Straßburg , Tourcving in der Diöceſe Cambray u. [. w. Mehrere
Häujer haben eine bedeutende Mitgliederzahl , ſo hat das zu Paris über
fümizig , das zu Peſth an vierzig, ſo daß ſich die Geſammtzahl jedenſalls
nah einigen Hunderten berechnen läßt. Allgemeine Geſ Mön tholiſche Kirc ECxde von P. Karl vom h. Aloys. 1. Aufl. S. 574. Nicht verwechſelt
werden darf die von Petrus Fourier geſtiſtete Congregation mit der denſelben
Namen führenden Congregation, welche Maria Blin de Bourdon gründete,
S. d. A. Unjerer lieben Frau von Lothringen Congregation.
Pfarrſchulen. Die Geſchichte der Pfarrſchulen bis zur Reformation iſt
in dem Artikel Mittelalter und in den mit ihm zuſammenhängenden und
darin auf ſie verwieſenen Artikeln dargelegt. Es genügt alſo zu wieder-
holen, daß es ſhon neben den Dom-, Stiſt3- und Kloſterſchulen RPfarr-
jhulen gegeben hat , daß dieſelben aber, wie Alles in der Welt, erſt eigent-
lim ſich entwieln konnten , nachdem ihre Nothwendigkeit gefühlt wurde,
was erſt eintrat , als in Folge des Aufhörens des gemeinſamen Lebens in
den Stiſtern die Dom- und Stiftsſchulen ihre eigenthümliche Richtung auf:
gaben. Wir finden deßhalb vor der Reformation zahlreiche Pfarrſhulen in
allen Städten und iſt es ſelbſtverſtändlich, daß vor Erſindung der Buch-
druderkunſt und eines zweckmäßigen, weniger koſtſpieligen Schreibmaterials
die Schule auf vem Lande weder Boden finden konnte, noch nothwendig war.
Daß der Wirrwar der Neformation auch das Schulweſen hemmte, iſt um ſo
begreiflicher, wenn man bedenkt, daß dieſelbe ven Samen der Zwietracht im
reichſten Maaße ausſäete und Hader, Mißtrauen, Aufruhr und Zerſtörung
in ihrem umnittelbaren Gefolge hatte. Sobald es aber möglich war, legte
ſich die Nothwendigkeit, die erhaltenen Schulen zu reorganiſixen und neue
zu errichten, um jo näher, als die Gegner der Kir Squle zu bemächtigen und verfälſchte Lehrbücher einzuführen ſuchten. Aber
gerade dieſer Umſtand nöthigte die Biſchöfe auf der Hut zu ſein und die
Synoden zogen deßhalb die näheren Beſtimmungen über die Schulen in den
Bereich ihrer Gejeßgebung. Wir wollen hier die wichtigſten kirchlichen Be-
ſtimmungen aus dem jech8zehnten und ſiebenzehnten Jahrhundert mittheilen :
In allen und jeden Städten , Märkten , Fle>en und Dörfern ſollen
Schulen errichtet werden, wie es die Bedürfniſſe der Orte erheiſchen. Die
Biſchöfe haben dafür zu jorgen , daß die Schulen in ven Städten, Dörfern
und Märkten ihrer Diöbceje, wenn ſie eingegangen wären , eheſtens wieder
aufgerichtet würden. Synode von Salzburg 1569; Namur 1639 und
1659; Soijſjons38 1626; Cöln 1662; Cambray 1565. Wo die Schulen
zu klein ſind, haben die Pfarrer mit den Ortsmagiſtraten ſür die Ver-
größerung zu ſorgen. Augsburg 1610. In allen, beſonders aber den
größeren Pfarreien ſollen Elementarlehrer fein. Conſtanz 1567. Keine
Schule darf ohne biſchöfliche Erlaubniß eröffnet werden. Synode von Na mur.
Bei allen Collegien und Klöſtern, auch bei den Klöſtern der Bettelorden
jollen Schulen errichtet und taugliche Lehrer beſtellt werden. Conſtanz 1567,
Die Decante ſollen bei den OrtsSviſitationen die Pfarrer, Ortsvorge- |
jehte und andere angejehene Männer ermahnen , mit vereinten Kröfien
wm

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