L. = Land- und Stadtſchulen. 61
C
L, einer ver vier flüſſigen Laute (ſ. Konſonanten), ſteht an-, in-
und auslautend, in- und auslautend einfach und verdoppelt, iſt weicher als r,
einigemal aus x entſtanden und wechſelt zuweilen, beſonders in der Vollks-
ſprache mit rx, 3. B. Leben, Schule, Thal, Ball, knallen; Kirche
und Kilhe, Zunder und Zundel, Klyſtier und Kryſtier, Pflaume
und Praume, Pilger aus lat. peregrinus. Wo in einer Mundart
[ und r au denſelben Wurzeln vorkommen, iſt im Unterſchied der Be-
deutung fühlbar, z. B. wandelun und wanderit, faſelun und fajern,
lächeln und läc einerlei mit ſta mmexrn, doch ſind beide nicht gleich gebräuchlih. Ueber-
gang “des y in l findet ſih in Eſel (lat, asinus, j Forelle (mittelhoc (mittelhoc (altho des l in u, |. bei u.
Landfarten , |. Geographie.
Land- und Stadtſchnlen. Nicht nur hat die Geſchichte einen Unterſchied
zwiſchen Land- und Stadtſchulen, und folglich auch zwiſchen Land- und
Stadtſhullehrern gemacht, ſondern die Verhältniſſe jelbſi thaten dies, woher
es dann kam, daß für beide Arten von Schulen auch beſondere Organiſa-
tionen an's Tagesliht traten, wie uns 3. B. der Organijationsplan für
Stadtſchulen von Nat orp zeigt. In einzelnen Staaten gab es ein Prüſjungs-
reſultat mit „fähig für Land-“ und „fähig für Stadtſchulen.“ Sogar in
neueſter Zeit tauchte der Gedanke wieder auf, dem auch Gräfe (die deutſche
Volksſchule 88. 126. 11. 127.) eine beſondere Aufmerkſamkeit geſchenkt hat,
ob nicht ſelbſt ſhon bei der Bildung der Lehrer eine beſondere Rücſicht
auf dieſes doppelte und verſchiedene Bevürfniß genommen werden ſoll.
Bevor wir uns über dieſe Frage definitiv entſcheiden, müſſen wir uns
darüber ausſprechen, worin die Land- und Stadtſchulen von einander ver-
ſchieden ſeien. Da für beids Arten von Schulen die gleichen Unterrichts-
gegenſtände geſetzlich vorgeſchrieben ſind (wenigſtens bei uns in Deutſch-
land), ſo fönnen fie nur darin von einander differiren, daß von den
Stadtſchulen ein größeres Maß von Kenntniſſen in denſelben Lehrgegen-
ſtänden verlangt wird, als von den Landſchulen. Nicht ſelien unterſcheiden
ſie fich weiterhin noch dadur<, daß den Stadtſhulen einzelne Unterrichts-
zweige mit facultativem Charakter zugeſchieden ſind, welche den Landjhulen
abgehen. Allein wie hoh man an dieſen Unterſchied anſ -- beide Arien von Schulen ſind Elementar- und Volksſc es mit Kindern zu thun, welche eben anc< mir des Clementarunterrichtes
fähig ſind. Die Stadt- wie die Landſchullehrer müſſen Männer der Praxis
ſein. In unſeren Tagen aber haben die Landſchullehrer theils in den Fort-
bildungsſ lehren, und treten ſomit auch in dieſer Hinſicht ziemlic< nahe an die Stadt-
ſhullehrer hin. Halten wir einen Lehrplan von einer Stadt- und Land-
ſchule nebeneinander , ſo findet man einen weſentlichen Unterſchied zwiſchen
beiden niht, wornach kein Grund zu finden iſt, der es rechtfertigen könnte,
daß man für die Landoſ als für die Stadtſchullehrer. Ein ganz anderer Unterſchied zwiſchen den
Land- und Stadtſchnlen beſteht darin , daß in den leßteren eine den Unter-
richt erleichternde Klaſſeneintheilung ſtattfinden kann, oft auch die Trennung
der Geſchlechter. Doch dieſe Umſtände würden keines8wegs eine Verſchieden-

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