Langweiligſein im Unterrichte. ==“ Laune. 31
handhaben werde, daran wird es liegen, ob die Kinder fleißig, Auſmerk- '
jamkeit und Intereſſe am Unterricht zeigen, odex ov das Gegentheil der
Fall iſt. Bei einem tüchtigen Srzteher wird keine Langeweile ſich einſ da ex Aug und Ohr iſt, das Herz der Kinder beſißt, mit Gewiſſenhaftigkeit
“ arbeitet, jo jreuen ſich die Kinder, bei ihm zu ſein und die Zeit wird ihnen
nicht lange. |

Laune, Die Grundbedeutung von Laune iſt das „Veränderlihe (W ei-
gand leitet es von Luna, der Mond, die Mondesveränderung her). Daher
hat jehon Kant die Laune eine Dispoſition zu wechſelnden ſubjectiven Anc-
wandlungen bald der Freude, bald der Traurigkeit genannt, wovon ſich
das Subject ſelbſt keinen Grund angeben könne. Dann verſteht er darunter
auch wieder das Talent , ſich willkürlich in jede Art der Gemüthsſtimmung
verſeßen zu können, wie man ſie unter gewiſſen Umſtänden erwartet.
Meineke und Krug unterſcheiden eine gute und üble Laune, und nennen '
die gute Laune das Talent, ſich nach Gefallen in eine ſolche Dispoſition
zu jeßen, wo man die Sache von einer lächerlihen Seite faßt, mithin
etwas Ungereimtes darin ſieht, deſſen Wahrnehmung und Darſtellung uns
und Andere beluſtigt. Die üble Laune hingegen beſtehe darin, daß man
die Dinge meiſt von einer unangenehmen und widrigen Seite auffaßt, ſich
gegen Andere mürriſch und verdrüßlich zeigt, beim Spotte beleidigend und
eim Lachen höhniſc< wird. Bisweilen wird Laune mit Humor gleichbe-
deutend genommen , weßhalb man auch von gutem und ſchlimmem Humor
redet. Es find aber doch nicht beide gleichbedeutend und Jean Päul
macht zwiſchen Laune und Humor den Unterſchied, daß komiſche Laune
nichts anderes ſei, als ein originelles Spiel des Wißkes in ſeltſamer Com-
binirung lächerlicher und ernſter Vorſtellungen, jedoch ohne höhere mora-
liſche Tendenz, als um individueller Thorheiten und einzelner Thoren zu
ſpotten ; =- Humor hingegen eine ähnliche originelle Verbindung von Jdeen
dur< das komiſche Schöpfungsvermögen, wel allgemeiner Weltanſicht nicht über die Thorheit des Einzelnen, ſondern über
die Verkehrtheit des ganzen Menjc Anjc Beziehung auf das Jdeal der Moralität ſelbſt hat. Humor verhält ſich
zur Laune wie die bloße Heiterkeit zur wirklihen Laune, wie Jronie
zur Berfiſlage. Jener hat den höheren, dieje aber einen niederen Ver-
gleichungö8punkt. Laune fällt daher dem wenig oder nicht idealiſirenden
--“- Humor dem in hohem Grade idealiſirenden Witze anheim. Uns iſt
die Laune jene Unbeſtändigkeit, welche das Gemüth bald mißvergnügt,
bald vergnügt, bald grämlich oder mürriſch, bald munter und zuſrie-
den ſtimmt, Der Launij lichfeit zu Unwillen, von Heiterkeit zu Trübſinn u. |, w. gebracht , was
beſonders bei verzogenen Kindern und weichlihen Weibern vorkommt. Es
kann aber auch beim Lehrer vorkommen, daß er ein launiſches Ge-
müth hat, wovor ihn die Pädagogik ernſtlih warnt. Da das läunenhafte
Weſen oft einen ſehr hohen Grad erreicht und habituell wird, da es ferner
ein ungünſtiges Licht auf den Charakter des Lehrers wirft da es einer
conjequenten Erziehung Eintrag thut, da es endlich die geſammte Lehr-
thätigfeit nachtheilig beeinflußt, ſo -hat jene Warnung ihren guten Plaß.
(E3 iſt gewiß jehr vom Uebel, wenn die Kinder beim Eintritt des Lehrers
in das Schulzimmer einander zuſlüſtern: „Heut' hat er den guten =- oder
ſchlechten =“- Hut auf.“ Man ſieht es nämlich dem Launiſhen al3bald an,
in welcher Gemüthsſtimmung er ſich befindet und weiß ſofort auc<, wie
er ſich in derſelben verhält. Kommt der Lehrer in. grämliher , mürriſcher
Eneyelopädie des Unterri

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