106 Neligionsunteru cht, Exrtheilung veſſelben, -- Geſchichte deſſelben,
geringerer Klarheit des Zuſammenhangs und in mehr over minder verſtändlicher
Darſtellung unterrichtet , aber ſie haben nicht den Katechismus gelehrt,
d. hy. nicht dieſen als ihren Text zu.Grunde gelegt und ihren Unterricht
von“ Anfang bis zu Ende, Stelle für Stelle an ſeine Worte gebunden.“ (Bei-
träge zur Homiletik und Katechetik. Tübingen 1852. Laupp. S. 85.) Nun
konnten die Kateheten, denen Hirſcher zuhörte, allerdings noch keine Muſter-
katecheten ſein, waren vielmehr noch Anfänger ; aber exnſte Berückſichtigung
verdienen jeine Worte. Zum Schluſſe verweiſen wir noch auf den ergän-
zenden Artikel : Katehet.
Religionsunterricht, Geſchichte deſſelben. Wir haben im Artikel Ka-
teh etifk eine kurze geſchichtliche Entwicklung dieſer Wiſſenſchaft gegeben.
Wenn wir hier nicht auf denjelben verweiſen, ſondern geradezu Manches
wiederholen , ſo wird dies dem Leſer nicht auffallen, der bedenkt, daß, ob-
wohl der NReligionsSunterricht etwas andere3 als die Wiſſenſchajt des RNeli-
gionsunterrichtes iſt, demungeachtet beiden Artikeln datjelbe Material zur
einj Der erſte Religivnsunterricht in der apoſtoliſchen Zeit fiel begreiflich
mit dem Verkündigen der Lehre des Heils zuſammen... Zur Taufe wurde
verlangt dex Glaube an Jeſus Chriſtus, den Sohn des lebendigen Gottes, in
dejjen Namen der Gläubige das Leben hatte. Joh. 20, 31. Was nun der,
welcher ſich zum Chriſtenthume wandte , implicite bekannt , das wurde ihm,
nachdem er getauft war, in den gottesdienſtlichen Verſammlungen der Chri-
ſten explicixt. So war e38 zuerſt. Allein ſo konnte es nicht bleiben, denn
nur in ſeltenen Fällen wirkte die Gnade Gottes ſo kräftig, wie am VPſingſt-
feſte und beim Kämmerer der Königin Candace, und es bedurfte bei den
Meiſten längeren Unterrichtes, um die Ueberzeugumg von der Wahrheit
der Menijic Anſchauung aufgezogen worden, ohne vorhergegangene Probe in die Ge-
Meinde der Heiligen aufzunehmen. Deshalb führte man das Katechu-
menat ein, deſſen erſte Spuren in die Zeit IJuſtins des Märtyrers fal-
len, beziehmngsweiſe , das wir bei ihm zuerſt nachweijen können, obwohl es
begreiflich ſchon früher eingeführt jein mußte. Katechumen war der, wel-
«er ſich nur auf die elementaren Anfangs8gründe des bens erſtre>t. ( Daß zaTyxei» die beiven Nebenbegriſfe mündlich und in
elementarer Weiſe mit ſich führt, hierüber ſiehe: v. Zezſ menat oder die kirchliche Grziehung aus Theorie und Geſchichte. Leipzig 1863.
S. 17 ff.) Dieſe Katehuymenen durften weder dem Gebete noch irgend
einer andern gottesdienſtlihen Handlung beiwohnen. Sie waren audientes
und durften nur die Predigt anhören und erhielten neben dem no< Unter-
richt. Dieſer Unterricht war mehr noch ein erziehender, als ein be-
lehrenver; denn Juſtin bemerkt ausdrücklich Celjus gegenüber , daß die
Shriſien Niemand in ihre Verſammlung einführen , den ſie nicht vorher er-
probt und für das Verſprechen eines heiligen Lebens dur< Unterricht vor-
bereitet haben, (C. Cels. 11, 51.) Gs ging aljo auch hier Zucht und Unter-
richt Hand in Hand. Erſt nach gehöriger ſittlicher Vorbereitung wurden die
Katehumenen in die Gemeinde eingeführt und nun durſten ſie als genu-
tectentes dem Webete beiwohnen und den prieſterlichen Segen empfangen ;
erſt dann aber, wenn ſie gehörig vorbereitet und zur Zulajjung der heiligen
Taufe auc würdig befunden wurden, der Tauſtag überdies au bald bevor-
ſtand , wurden ſie in die Geheimnißlehren eingeweiht , nachdem ſie ſeierlich
das gelobt hatten , was bei der Kindertaufe die Pathen verſprechen. Dies

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