Sachſen - Weimar. =- Sängerſchulen, mittelalterliche. 995
Repetitionen vorzunehmen. (Allg. d. Lehrerz. 1864. Nr. 48.) Den Eltern
iſt geſtattet, ihre Kinder erſt mit dem ſiebenten Jahre in die Schule zu ſchien.
Das Turnen iſi allgemein eingeführt. (Päd. Jahre3b. 1863, S. 524.)
Die Beſoldung der Lehrer it ſehr gering.? Das Minimum beträgt 175 Thlr.,
wovon 10 für die Dienſtwohnung abgezogen werden. Unter Einhalt einer
Dienſtzeit von 6 Jahren ſteigert ſich vann die Beſoldung auf 250 und 275
auf dem Lande und 300 Thlr. in den Städten. Die Penſion einer Lehrer-
vittwe beträgt 50 Thlr. (Allg. d. Lehrerz. 1862, Nr. 25.) Der Weimar'ſche
Reſtalozziverein hatte 1862 ein Vermögen von 1600 Thlrn. und unterſtüßte
53 verwaiſte Familien mit 25 Thlr. in einem Geſammtbetrage von 299 Thlr.
Doh findet er unter den Lehrern ſelbſt keinen großen Anklang , denn 1863
varen 250 Lehrer noch nicht beigetren. |
Sängerſchulen, mittelalterliche, Der Zwe> der Singſchulen war ein dop-
yelter: Erzielung eines kunſimäßigen Kirchengeſanges und möglichſte Rein-
bewahrung der alten Thoralgeſänge. In welcher Weiſe ſie dieſem Zwece
zedient haben, iſt im Großen eigentlich erſichtliher aus der Zeit, wo ſie
nicht mehr exiſtirten, während im Einzelnen vor Allem die Säingerſchulen
zu Rom und Regensburg noch heute die glänzendſten poſitiven Proben dar-
bieten. Welch hohe Wohlthat aber ſolche Singſhulen auch für Laien waren
und theilweije heute noh ſind, mag der Umſtand bezeugen, daß die berühme-
teſten Muſiker, Sänger und Componiſten auch im weltlichen Fache aus jenen
hervorgingen, jo in Italien, Frankreich, den Niederlanden, England, Deutſch-
(and, Spanien, ja daß ihnen ſelbſt das Theater ſeine größten Sänger ver-
dankte, wie namentlich in Frankreich. |
“Die früheſten Anfänge der Singi 1 Chron. ce. 15. 22. beißt e8? „und Chenanja, der Meiſter der Leviten beim
Geſange, leitete den Geſang, denn er war verſtändig.“ Zwar mag es ſich
hierbei um einen fejtſtehenven Geſang gehandelt haben, das Hauptmoment
aper ſc ' der der Ansdru> „Sänger“ gleichbedeutend mit „muſikaliſch Kunſtfertigen“
. überhaupt genommen wird. .
In der mögen die erſten aus dem Judenthume herübergenommenen Geſänge eint-
riach) genug geweſen fein; gleichwohl wurde ſc Fir Einjchulung der kirchlichen Geſänge. Geordnete Singichulen beſtanden aber
in den erſten Jahrhunderten noch nicht; begründet wurden ſie durch Papſt
Silveſter UU. (314 -- 335) um dieſelbe Zeit, als mit der Ausbildung der
Liturgie fich auch die Geſänge vermehrten und melodiöſer, eben damit au<
für die Ausführung ſchwieriger wurden, daher das Bedürfniß nah eigenen
Singſchulen ſich ſteigerte. Papſt Hilarius (461 --- 68) ſoll den Plan ge-
habt haben, zwei ſolcher Inſtitute einzurichten, vas eine bei der lateranen-
ſiſchen Kixhe, das andere am Vatican; allein die Ausführung ſcheiterte -
anfangs wenigſtens an mehrfachen Hinderniſſen und gelang erſt ſpäter.
Während deſen hatte Crzbiſchof Ambroſius von Mailand einen eigenthüm-
lihen Kirc reich und Spanien (in den beiden leßten Ländern freilich mit einigen Ab-
änderungen, woher die Bezeichmung : gallicaniſche Singweiſe) große Verbrei-
tung fand. So ſah denn Papſt Gregor 1., der eigentliche Begründer des
katholijchen Kirc aus welc dazu neue Lieder dichtete und componirte, und ſie als cantus lirmus ſo-
dann in ein eigenes Buch, cento antphonarius, eintrug, welches aus zwei
Theilen beſtand : Graduate und Responsale, Zur dauernden Erhaltung des
Encyclopädie des Unterrichts- und Erzichungöweſens, TY, 15

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