Schulordnung, ==“ Sculprüfungen und Schulviſitationen. 305
"paben Vorzimmer, Spielzimmer für den Winter und Spielpläße für den
Sommer, Brunnen im Hauſe zum Händewaſchen 2c. - Die Schulordnung
- zm weiteren Sinne iſt die ganze Shulverfaſſung ; ſie iſt niedergelegt
*in der Schulgeſehgebung der einzelnen Länder und von un3 in den
- einſchlägigen Artikeln behandelt worden. |
Schulpflicht, |. Aufnahme in die Schule.
Echnlplan , |. Lehrplan.
Schalprüfungen und Schulviſitationen. Dieſer Gegenſtand gehört zu den
- pielbeſprochenſten der ganzen Sculfunde. Das eine Mal hat man die
- Schulyrüfungen als nachtheilig verworfen, ein ander Mal als nothwendig
- ynd nüßlich erflärt, in dieſem Falle aber viel über den Modus geſtritten;
"nian dürfte ſich jedoch auf Seite der meiſten Pädagogen darin einigen, daß
die Schulprüfungen, wenn ſie in der rechten, anregenden und belebenden
Weiſe gehalten werden, ſicherlim ein vortreffliches Mittel ſind, um einen
yortheilbaſten Einfluß auf die Schule zu üben. Sie dienen, ſagt Curt-
mani, „als Controle der Leiſtungen der Schule; die Kinder nehmen ſich
„ju der Grwartung einer ſolchen Darlegung ihrer Kenntniſſe ungewöhnlich
„zuſammen, die Lehrer überdenken deutlicher ihr Penſum, die Eltern erinnern
ſich ihrer Erziehungspflichten und freuen ſich des oft nicht erwarteten Er-
folg3 des Schulunterrichts. Auch die Behörden, ſeien ſie direct oder in-
direct mit der Schule in Verbindung, werden ſich deutlicher ihrer Stellung
-zu derſelben und der Pflicht, die Erziehung der Jugend zu fördern, be-
;wußt; überhaupt läßt eine einigermaßen gelungene Rechenſchaft von den
Fortſchritten des kommenden Geſchlechts keinen fühlenden Menſchen unge-
„rührt.“ Der Lehrer bedarf für ſich freilih der Shulprüfungen nicht, wie
;ſie denn nicht einmal ein ſicherer Maßſtab ſind, um ſeine Treue daran zu
, meſſen ; deßungeachtet müſſen ſie ihm willkommen ſein, weil ſie doch ſein
'Lehrgeſc öſfentlih zu erkennen geben und mitunter auch darthun , wie
ex gearbeitet hat. Werden die Prüfungen ſo gehalten, wie ſie Gräfe in
ſeiner pädagogiſchen Zeitung Jahrg. 1845, S. 468 u, f. beſchreibt , dann
: ſind ſie ſchädlich für den Lehrer, die Schüler, die Eltern und die Gemeinde.
-Er hat allerdings bloß die Prüfungen an ſtädtiſchen Schulen im Auge, wo
„vieles auf den Sein zur Prüfung hergerichtet werde, und wo der Lehrer,
; um weder ſic) noh die Kinder bloßzuſtellen, dieſe entweder frage, was ſie
wiſſen , nimt was ſie nac< dem ertheilten Unterric :er frage nur jeine fähigen Schüler, oder er bereite ſeine Schulen auf da3
Examen vor. Allein wo ſteht denn geſchrieben, daß die Prüfungen an den
tädtiſmei Schulen ſo gehalten werden müſſen ? Daß Fälle dieſer Art vor-
fommen ſowohl auf dem Lande als in Städten, unterliegt keinem Zweifel ;
“aber fie können vermieden werden, und es handelt ſich alſo einfach um die.
„Rrage Wie müſſen die Shulprüfungen beſhaffen ſein, daß
Fie ihrem Zwed>e entſprechen, d. i., daß durch ſie die Leiſtungen des
Lehrers und das erreichte Lernziel gründlich erhoben, etwaige Mängel im
Puterricht untd der Disciplin entde&t und eine entſprechende Remedur der-
ſelben eingeleitet, auch Einrichtungen und Vorſchriften gegeben werden, durc<
welche hebend und leitend auf das Schulleben eingewirkt wird ? =- Jndem
vir dieſe Frage beantworten, denken wir zuerſt an jene öffentlichen
'Ehulyrüfungen, mit welchen zugleich die Viſitation der
Schule verhunden iſt. Beides geht ja in der Regel Hand in Hand,
. Um hier concret genug zu ſein und dem Vorwurfe des Jdealiſirens
zu entgehen, beſchreiben wir die Shulprüfung, wie ſie in den öſterreichiſchen
: Enchclopähle dsd Unterrichtöo und Erziehungöweſen, IV, 20


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