| |
412 Stephani, Heinrich. -- Steyermar?k, :
Verfaſſung zum Gegenſtande de8 Unterricht8 machen und die Kinder ſich ſelbſt ".
die Geſeke geben laſſen. Rühmenswerth an Stephani iſt ſeine wirklich
unverwüſtliche Liebe zum Schulhalten. Noch als Greis hielt er in Gorkau -
den Lehrern Vorleſungen. Auch wurde ex von Lehrern zu Grabe getragen.
Steyermark. Das Herzogthum Steyermark beſißt auf 407,84 [TMeilen |-
1,056,773 Einwohner. Es iſt (politiſch) eingetheilt in den Gräßer Kreis
(Vitittel-Steyermark) mit 7 Bezirk8hauptmannſchaften, den Bruder Kreis
(Ober-Steyermark) mit 6, den Marburger Kreis (Unter Steyermark) mit
6 Bezirfshauptmannſchaſten. Kirchlich gehört Steycrmark zu den drei |
Diöcejen Se>au, Lavant und Leoben. An höhern Unterrichtsanſtalten be: |
jißht Steyermark eine Univerſität zu Gräß, 2 theol. Inſtitute, 5 Gymnaſien, |
13 Specialſichulen. Der Volksſ Ernſt Grafen von Firmian ein ſreundlicher Stern auf. Im Jahre 1739 |
zum Fürſtbiſchof von Se>au ernannt, ließ er der ſo wohlthätig wirkenden !
Chrijtenlehr-B: uderſchaft feinen beſondern Schuß angedeihen und bereitete |-
jeine Sorgfalt auch über die Volfsbildung aus. Doch begann die eigent:
liche Schulverbeſſerung in dieſem Lande erſt in den ſiebenziger Jahren, wo der
Gubernialrath Chriſtoph Freiherr von Nottenberg ſie mit allem Eijer in
Ganz zu bringen juchte. Man ſchickte den Franz Bartholomäus Frick vont.
Friäenberg nach Wien, um durc< eigene Anſchiuung die junge Normal: |
ihnle und ihre Lehrart kennen zu lernen; dieter überreichte zugleich dem |
Regierungsrathe Hägelin drei Aufſägße, darunter einen „unvorgreiflichen |
Plan, die Verbeſſerung der demſchen Schulen in Gräß betrefſend.“ Im1|
Jahre 1775 beſtand dort bereits eine Schulcommiſſion aus folgenden Mit: |
gliedern : Kajetan Graf von Sauer, Wolfgang Herr von Stubenberg,
Chrijioph Freiherr von Nottenberg und Normalſchuldirector Franz Bar:
tholomäus Frid von Frickenberg. Dieſer leßtere brachte fünf Orte als
Site künttiger Hauptſchulen in Vorſchlag, nämlich die Murvorſtadt von|
Gräß, Judendurg, Leoben und Cilli: als Siße für Stadtſchulen proponirte|'
er: Rottenmann, Brud, Eiſenerz , Vordernberg, Nadkerſprung, Hartberg, |
Fürſtenfeld, Pettau, Windiſch-Feijtriß und Gräß. Die Hojkanzlei genehmigte |
dieje Vorſchläge, befahl jedoch, da es nicht möglich „den ohnehin zu ſo vielen |
Auslagen nicht erkle>enden Jeſuitenfond in ſtärkern Anſpruch in ſo lange;
wenigſtens zu nehmen, bis einmal durch Abſterben mehrerer Exjeſuiten ſich
die Penſionen vermindern werden,“ einſtweilen nur nach Zulänglichkeit der
Fonde mit den Hauptſchulen vorzugehen; auch könnte vei Anlegung der
deutſhen Schulen nach dem Beiſpiel von Niederöſterreich vorgegangen wer:
Den, „da man nämlich die OrdenSszeiſtlichen einiger Städte dahin vermöget |
hat, den Unterricht der höhern Gegenſtände in ihrem Kloſter au ſich zu |
nehmen und ein paar Lehrer nebſt einem Katecheten anzuſtellen, alſo, daß
die ohnehin j jedo< normalmäßig zu beſorgen hat, mit den höhern Klaſſen zuſammen ein
Complerum iſt, welches die Hauptſchule ausmacht.“ Allein, wie trefflich!
auch die Vorſchläge waren, welche im Jntereſſe der Schulverbeſſerung ge-1.
macht wurden, ſo fehlte es niht an Klagen, daß die Behörden allzugroße
Rücncht auf vie Borurtheile des Volko8 genommen und die neuen Schul»
einriatungen nur ſaumſelig und unvollſtändig auszuführen geſucht hätten.
Doh ſ immer mehr und im Jahre 1850 zählte man in Steyermark : 9 katholitche:
und 1 afatholii vialſchulen nebſt 13 Mädchenſchulen. Im Jahre 1855 ſtellte ſich die dortige:
Schulſtatiſtik in folgenden Ziffern dar: in 545 Kuratien beſtanden 690 kas:
tholiſche Volks3ſchulen , nämlich: 4 Knaben-Hauptſchulen mit Realſchultlajſen,
HR NENE
-%

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.