3% 3 - Waiſenerziehung und Waiſenhäuſer.
dürften die römiſc natius von Loyola wurve von den römiſchen Pfarrern im jechszehn-
ten Jahrhundert vas v8pizio doegl' Grfanelli gegründet, in welchem dreihun:
vert Knaben erzogen wurden Der Cardinal Salviati erweiterte daſſelbe
bald, indem er ein Collegium grünvete , in welches die dazu befähigten
Zinder vom zwölſten Jahre an aus der erſteren Anſtalt übertreten könn:
ten, um eine wiſjenſchattiiche Bilvung zu empfangen. Ju Fraukreich
beſtand jchon 1362 eine Brüverſchaſt, welche zum Zwece hatte, die arnten
Kinder und bejondexs die Waiſen zu unterſtüzen. Zu derſelben Zeit be-
ſtand auch in Tolouſe ein Waiſenhaus, wie wir aus einer Ordonnanz
von Karl V. erjehen. Man ſieht aus dieſer Ordonnanz vom Auguſt
1379 , vaß dieſes Aſyl arme Waiſenkinver aufnahm , ihnen Ammen ver:
ihaffte und ſie bis zum Alter von vierzehn Jahren zu Haudwerken vor:
bereitete. Zu der Mitte des vierzehmten Jahrhunderts wirde vas Hospice
du Saint Ksprit in Paris gegründet, um Frauen und Mädchen und in
rechtmäßiger Che geborne vater- und mutterloie orme Waiſen aufzunehmen.
1445 entſtand das Spital der heiligen Dreitaltiafeit, 1540 das
Hospice des Enfans-Dien, 1623 das Spital der Waiſenfkinver der
Barmherzigkeit oder der hundert Mädchen, 1678 das Haus der
Waijenmädchen der Straße du Vieux Colombier, 1700 die Vijature de
la paroisse de Saint Suipice, 1734 vas Hospice Beaujou, 1751 das
Kntant Jesus in ver Rne de Sevres. 1773 ſtifiete Graf Pawlet ein
Militärwaijenhaus. 13789 redneirte man die Waiſenhäuſer in Paris auf
zwei, kas eine für Rnaben, das anvcre hir Mädchen; dann vereinigte man
auch dieſe beiden. Zm vereinigten Waiſenhauſe waren 1790 nicht weni:
ger als 1396 Kinder. In Deutſchland finven wir im eilſten Jahr:
hundert ichon ein Waiſcnuhaus in Augsburg. Es iſi alſo mehr als
unbillig, wenn man die Waiſenhäuſer in Deutſchland anf vie Stiitungen
Frande's (t). d. A.) zurücfübrt, weil wir wenig Notizen über die alten
Waijenhäuſer habe. Deun das Waiſenhaus in Halle wurde erſt 1698,
das Waiſenhaus in Würzburg aber, vielleicht vas reichſte in ganz
Curopa, jon 1643 gegründet, Seien wir nicht nur biltig, ſonvern bſei-
ven wir auch bei vex Wahrhoit, Am jchlimmſten ſteht es mit der Waiſen-
erziehung in England; vort werden die Waifen in von Armenhäufern
erzogen und ſiud von Jagend auf unter verfommegen Montichen allen Ein-
flüjſen einer verpeiieien Umgebung ausg.f23t.
Gehen wir aun von ver Geſchichte ver Waiſenerzichung zu der Wai-
jenfrage über, ſo müſſen wir zum voraus bem-rten, das dieſelbe ſeit hundert
„zahren wie feine aitoere voniüilire wurve , vyn- daß von den aufgeſtellten
Principien eines das any. vopöränzt wn entichioven die Dherhaund gewon-
nen hätte, Der Gruno liegt hanvGächlicd) vearin, daß einerfeit3 die Wai-
jenirage zugleich eine Geivrage iſt, unv anverſeits vie Erziehung3frazge
jelbſt, ſtatt klarer und eine den Erzieh vn bewutere, mr immer noch mchr
verwirrt wird. 1) Bor Alſen muß in Erwägung gezogen werden, was
I in Waiſenhäujern zwoämäßiger, over iſt die in Familien vorzuziehen? Die
Erziehung in den Antta:ten iſt fohr foſhipieliz. Es iſt da eine ausgedehnte
Verwaltung, Beaufmichtigung und Dienſtleiſtung nothwendig, wolche viel
Geld verzehrt, was auf Waiſen verwendet werven könnte, wenn man ſie
in Familien unterbringen würde. In Berlin 3, B. koſtete die Hauspflege
1862 durchſc dajjelbe 207 ſl.; tt Da 0ULN 1a61 ea 200 I Daqegett hezahlie zt,
när die Kinder, welche in Familien gogevon wurden, in Berlin jährlich 24--'
48 Tölr, oder 42-854 fl., in Wien 68 fl., in Hamburg 63 fl,; das ſind

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