Full text: Lexikon der Pädagogik

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lichen Prüfung für das höhere Lehramt ſind 
im außerpreußiſchen Deutſchland überall 
ähnliche Beſtimmungen wie in Vreußen 
in Geltung. Vgl. Wieſe, Höheres 
Schulweſen in Preußen (1864-74, 3 
Bde.)z; Derſelbe, Verordnungen und 
Geſetze (2. Aufl. 4875); »Centralblatt für 
die geſamte Unterricht3verwaltung in 
Preußen« (jeit 1659); Schrader, Die 
Verfaſſung der höhern Schulen. Päda- 
gogiſche Bedenken (2. Aufl., 2., dur einen 
Anhang vermehrte Ausg. 1881). 
Wolf, Friedrich Auguſt, geb. 15. 
Febr. 4759 zu Hainrode bei Nordhauſen, 
ſtudierte ſeit 4777 in Göttingen, wurde 
17/82 Nektor in Oſterode am Harz, 4783 
Profeſſor der Philologie und Pädagogik 
zu Halle, 1807 Mitglied der Afademie 
der Wiſſenſchaften in Berlin, ſtarb 8. Aug. 
41824 in Marſeille. Berühmt vor allem 
als Begründer der neuern Altertums- 
wiſſenſchaft, war er während ſeiner halli- 
jc<en Thätigkeit auch in erſprießlichſter 
Weite bemüht, den höhern Lehranſtalten 
pädagogiſch wohl vorgebildete Lehrer zu- 
zuführen. Vgl. Körte, Wolfs Jdeen 
über Erziehung, Schule und Univerſität 
(1835); Arnoldt, F. A. W. in ſeinem 
Verhältnis zum Schulweſen und zur Pä- 
dagogit (1861--62, 2 Bde.). 
Wolke, Chriſtian Hinrich, be- 
rühmter philanthropiſcherPädagog, wurde 
21. Aug. 1741 in dem damals anhalt- 
zerbitiſchen, jekt oldenburgiſchen Jever ge- 
boren, beſuchte die dortige Marienſchule 
ſeit 1761 und ſtudierte ſeit 1763 in Göt- 
tingen, ſeit 1767 in Leipzig die Rechte, 
daneben auch Sprachwiſſenſchaften, Ma- 
thematik und Phyſift. Innere Neigung 
führte ihn zum Beruf eines Hauslehrers8 
und demnächſt ganz der Pädagogik zu, 
10 ſchloß er ſich Baſedow als Mitarbei- 
ter am »Elementarwerk« und demnächſt 
eit 1'773 am Philanthropinum in Deſ- 
jau an. Die Leitung des letztern ging 
bald ganz in Wolkes Hände über, welcher 
auch litterariſch durch Heraus8gabe der 
»Rädagogiſchen Unterhaltungen« (1777 
bis 1784) und vieler Lehr- und Leſebücher 
ſjür die Anſtalt thätig war. 1784 unter- 
nahm er eine Neiſe über Dänemark, 
Schweden, Livland nach Petersburg, wo 
 
Wolf -- Wolter3dorf. 
ihn Katharina I1., zugleich Fürſtin von 
Jever, huldreich aufnahm. Der Aufent- 
halt dehnte ſich unter mancherlei päda- 
gogiſchen Unternehmungen und wechſeln- 
den Schiſalen bis 4802 aus, wo dann 
W. als kaiſerlicher Hofrat nach Jever 
heimkehrte. Er lebte fortan hier, dann 
in Tharandt, Dre3den und Berlin, päda- 
gogiſcher Schriftſtellerei wie dem fanati- 
jchen Beſireben hingegeben, die deutſche 
Sprache und Schrift nach ſeinen phone- 
tiſchen und puriſtiſchen Grundſätzen zu 
reinigen, und ſtarb in Berlin 8. Jan. 
1825. Unter ſeinen Schriſten verdienen 
Erwähnung: » Erſte Kenntnis für Kinder, 
von ver Buchſtabenkenntnis bis zur Welt- 
funde« (1763); »Methode naturelle d'in- 
Struction par W.« (1734); »Anwei- 
ſung, wie Kinder und Stumme zu Sprach- 
fenntniſſen zu bringen ſind« (1804); 
»Anweiſung für Mütter und Kinder- 
lehrer« (1805); »Kurze Erziehungslehre« 
(1805); »Kinderbibliothek« (1822, 7 
Bde. zur Belehrung und Unterhaltung): 
»Dasgische ok dndische Gedigte, Sin- 
Sproke, Leder ete.« (1804). 
Woltersö8dorf, Crnſt Gottlieb, evan: 
geliſcher Liederdichter, Geiſtlicher unt 
Schulmann, wurde 31. Mai 1725 zu 
Friedrichsfelde bei Berlin geboren und von 
ſeinem zehnten Jahre an in Verlin er: 
zogen, wohin ſein Vater, ein Geiſtlicher, 
verſetzt worden war. Crſt zum Apotheker 
beſtimmt, ſtudierte er ſeit 1742 in Halle 
Theologie , woneben er, im Waiſenhau2 
wohnend ,. fich mit Eifer im Unterrichten 
übte. 1748 wurde er zweiter Geittlicher 
in Bunzlau, wo er im Sinne des Pietis: 
mus eine bedeutende Wirkſamkeit nament: 
lich auch unter der Jugend entſaltete und 
gleichzeitig als Liederdichter von außer: 
ordentlicher Fruchtbarkeit Ruf gewann. 
Al3 einer ſeiner Erweckten, der Manrer- 
meiſter Zahn zu Bunzlau, gegen Wol: 
ter3dorf8 anfängliches Widerraten aus 
ſeinem beſcheidenen Vermögen dort ein 
Waiſenhaus begründete, welches nod) 
hente blüht, trat W. 1754 als Direktor 
an deſſen Spißze und leitete die Anſtalt, 
die im Geiſte Frances fromme <rijtliche 
Erziehung mit humaniſtiſcher und reali: 
ſtiſcher Ausbildung zu vereinigen ſuchte,
	        

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