288 Die jüdiſche religiöſe Erziehung

das Daſein. Kindheit und Jugend mit ihrem Zuge zum Weiten und zum Hohen ſcheinen
beendet, in die endgültige Enge ſcheint das Daſein hineingeſtellt. Darum gilt es jeßt,
die Welt des Daſeins neu zu ſchaffen, ihm den Sinn, die Bedeutung wieder zu verleihen,
ihm troß allen Schranken die Weite und Höhe zu bereiten. Cs iſt die Zeit des Wieder-
aufbaus kraft deſſen, was Kindheit und Jugend erfahren haben, kraft der Religioſität,
durch die ſie beide ſortdauern.
Alle Lebensgeſtaltung iſt im leßten eine Auseinanderſezung zwiſchen Poeſie und
Proſa, zwiſchen der Heiligung und der Alltäglichkeit. Die Religioſität, die im werdenden
Menſchen entwidelt werden will aus dem hervor, was die Reihe der Generationen in
ihn gelegt hat, und was als ſeine Individualität in ihn gepflanzt iſt, will die Poeſie in
die Proſa hineindringen laſſen, immer wieder ſie offenbar machen. Sie will damit dem
Menſchen ſeinen Lebensſtil geben. Ihn zu formen und zu bilden, dazu will das Erziehe-
riſche, Unterrichtliche helfen, in dem jüdiſche Religioſität ſid) ſelbſt zu geben ſucht.
Citeratur
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Güde m ann, Das jüdiſche Unterrichtsweſen während der ſpaniſch-arabiſchen Periode.
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Kirſchſtein, Wiſſenſchaftlice Abhandlungen, Vorträge und Anſprachen. Berlin 1902,
Maybaum, Methodik des jüdiſchen Religionsunterrichts. Breslau 1896,
Gottſ Noſenberg, Methodik des jüdiſchen Religionsunterrichts. Berlin 1924,
Stern, h., Pſychologie des Religionsunterrichts, mit beſonderer Berüdſichtigung des jü-
diſchen. Berlin 1924,
Steinthal, Über Juden und Judentum. Berlin 1906.
Steinthal, Zu Bibel und Religionsphiloſophie. 2 Bde. Berlin 1890, 1895.
Baed, Weſen des Judentums*. Srankſurt (Main) 1929,
Baed, Religion und Erziehung. In Vierteljahrs|ſchrift „Der Jude". Berlin 1926.
Ceo Baed

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