Full text: Allgemeine Didaktik und Erziehungslehre (3)

Abſchluß der Erziehung 511 
aud) dann kann es no zu Rüdfällen kommen, die ſich nie ganz vermeiden laſſen werden. 
In vielen Sällen bleibt die Entlaſſung immer ein Wagnis, das denno<h einmal unter- 
nommen werden muß. Es bedeutet einen ſtarken Rüdhalt für den Jugendlichen, wenn 
er jederzeit auch ſür längeren Aufenthalt in die Anſtalt zurükehren kann. Srei- 
willig tut er es aber nur, weil der Rüdhalt an ihr ſo ſtark iſt, daß ſie der Zögling 
durc) die Erſchütterungen der Zwiſchenzeit hindurch) als ſeine heimat im Gedächtnis 
behält. 
Wie weit das ſoziale Ziel der Heilpädagogik geſte>t werden kann, hängt ab vom Einzel- 
fall. Manche Zöglinge bleiben durch ihr Leben hindurch pflegebedürftig, ein anderer 
Ceil wird ſid) wahrſcheinlich) wieder vom Leben treiben laſſen und von ihm vielleicht ein- 
mal in die höhe, auf die Dauer aber wahrſcheinlich in die Tiefe geſchleudert werden; 
aber ein großer Teil wird doch zu einer höheren oder geringeren Selbſtändigkeit und 
ſozialen Leiſtungsfähigkeit kommen. Führer werden und ſollen ſie alle nicht werden, -- 
genug, wenn ſie aus Leidenden und Störenfrieden zufriedene, ihr Tagwerk rechtſchaffen 
vollbringende Menſdjen werden. 
Citeratur 
Vorliegender Aufſaß wird durc die Aufſäße von Heller, Thiele (Band I1), von der Leyen, 
Klopfer und Slug (Band V) ergänzt. Wegen des hier völlig zurüdgeſtellten Problems des heil 
pädagogiſcq<qen Unterrichts verweiſe ich auf die Arbeiten von Henze und Hilde Nohl im 
vierten Bande. | 
Allgemeine Darſtellungen: 
Descoeudres, Die Erziehung der anormalen Rinder. Deutſche Überſezung. Züri, 
Pro Iuventute o. J. 
Heller, Grundriß der Heilpädagogik, 3. &ufl., Leipzig 1925. 
Homburger, Pſychopathologie des Kindesalters. Berlin 1926. 
Cazar, Mediziniſche Grundlagen der Heilpädagogik. Wien 1925. 
Berichte über die Kongreſſe für Heilpädagogik und über die Tagungen über Pſy<Hopathenfür- 
ſorge. Berlin, fortlaufend bei Springer. 
Einzelarbeiten: 
1. Zur Abgrenzung, beſonders gegen die Pſudjiatrie: 
Homburger, Die pſyoanalytiſche, individualpſychologiſche und kliniſce Betrachtungs- 
weiſe als Grundlage der Heilpädagogik, (Bericht über den 2. Kongreß für Pſycho- 
therapie.) Leipzig 1927. 
Iſemann, Der ärztliche Gedanke in der Praxis des Heilerziehungsheims (Pädagogiſches 
Zentralblatt 7). 
Eyferth, Zur Cage der Heilerziehung, „Die Erziehung“ 4. 
2. Zur Nenntnis des Zöglings: 
Birnbaum, Die pſychiſchen heilmethoden. Leipzig 1927. 
Jaſpers, Allgemeine Pſychopathologie, 3. Aufl., Berlin 1923. 
Uramer, Die Bedeutung von Milieu und Anlage beim ſc<hwererziehbaren Uinde (Z. f. 
Kinderforſchung 28). 
--, Haltloſe Pſychopathen (4. Tagung über Pſychopathenfürſorge). 
Rretſd mer, Mediziniſche Pſychologie, 3. Aufl., Leipzig 1926. 
Uronfeld, Fortſchritte der Pſychotherapie (Sortſchritte der Ueurologie, Pſychiatrie und 
ihrer Grenzgebiete 1). 
Moſes, Geſtaltungen und Wandlungen der Pſychopathielehre in ihrer Bedeutung für die 
Heilpädagogit. „Die Erziehung“ 5. 
Peters, Zur pſychologiſchen Typik des abnormen Kindes (Zeitſchr. f. pädagogiſche Pſychologie 
27) 
-4 Perſonelle Beurteilung nad) der praktiſchen LebenSeignung. (Brugſc<-Lewy, Die Biologie 
der Perſon, Bd. 4., Berlin und Wien 19727.)
	        

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