Full text: Sittliches Erziehungs-Lexicon, oder Erfahrungen und geprüfte Anweisungen: wie Kinder von hohen und mittlern Stande, zu guten Gesinnungen und zu wohlanständigen Sitten können angeführet werden

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H öfl icht eit. 
Gy Zöflichfeit iſt eine von den ange 
nehmen Tugenden, welche wir 
früb den fleinen Lieblingen unſers Her? 
zens zur Gewohnheit machen müſſen. 
Denn höfliche Kinder erwecken, bey dem erſten An- 
- blif ein gutes Vorurtbeil von fich, und ihrer 
Erziehung, =- Sie werden geliebt und gelobt 
von denen, welche ſie näher kennen lernen; === 
Sie bekommen Zutritt oder Vergeſtungen, 
welche ſie ſonſt nicht empfängen. 
Die Mittel, durd) welche man Kinder zur Höf- 
lichkeit gewöhner, ſind dieſe: Man kobet und liebs 
Foſet die Kinder, wenn ſie höflich ſind; --“ Man 
giebt ihnen kleine Dergeltungen ; --- - Man ge- 
wöhnet ſie , daß ſie vor alles, was ihnen gegeben 
wird, ſich bedanken, und wenn ſie es nicht chun, 
fo nimmt man ihnen wieder, was man ihnen ge- 
geben hat; == Man bringet ſie in Geſellſchaft 
vort böflichen Perſonen und Kindern; --“= 
Man hält darauf, daß die Domeſtiquen böfe 
lich mit ihnen umgeben, daß die Jügend'ge» 
gen Eltern, gegen Lehrer, gegen SDausges 
noſſen, gegen Geſinde, und ſelbſt die Rinder 
Unter einander, die Grade der Höflichkeit beobachten, 
welche den Grund legen, artige, beliebte und nüß- 
fiche junge Leute zu bilden, “ 
Eltern und tehrer, beſonders die Hiütter, die 
- Verwandtinnen und Freundinnen der Kinder, ſollten 
es oft zu ihrem eigenen E Geſchäfte machen: Fin da 

	        

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