Full text: Sittliches Erziehungs-Lexicon, oder Erfahrungen und geprüfte Anweisungen: wie Kinder von hohen und mittlern Stande, zu guten Gesinnungen und zu wohlanständigen Sitten können angeführet werden

TQel tkänntniß. IE 
bäntzet ein groſſer Theil unſerer eigenen 
Gemüurhs-Zildung und GlücPb ab. 
6) Cs war das ganz eigene und angenehme Ge- 
ſchäfte der Clrern: daß ſie den jungen Emil bey 
den erſten Anfännuen der Welrfännrniß, 
liebreiche und gütuge Geſinnungen, a: 'gen 
alle“ Gattungen der Ufenſchen, einzupräz 
gen ſuchren. Es geſchabe dieſes auſſer andern 
Gründen dadurd) , daß ſie ihm zeigten: wie jeder 
kchlecdte MenſH , auſer ſeiner häßlichen Seite, 
auch eine gute Seite Härte: Und fie rierhen ihrem 
nun zehnjährigen jungen tiebling : die Menſchen im 
Ganzen immer von der beſten Seite anzuſehen 3 
und nur alsdenn mit ſcharfeim Auge auf die Häßli- 
<en Seiten ihres Characters zu ſehen, wenn ſie 
fich in Geſchäften mir ihnen befänden, wo die Klug» 
heit ihre Borſicht erfoderte. 
Ich finde dieſes Verfahren der Elcern des Emils 
ſehr nüßlich. Aber es thut mir doch immer ſehr 
leid: daß man die jugendlichen Freuden , durch die 
Känntniß der gefährlichen Seite ihrer Mitmenſchen 
zuweilen unterbrechen muß. 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sw" iſt, Fann 1 man Leiche machen. Denn Fluge, 
liebreiche Z Itern und Lehrer ſind leicht 
willfsbhrig, ihren Rindern galle ſittlich 
2 nÖgs 
 

	        

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