Full text: Sittliches Erziehungs-Lexicon, oder Erfahrungen und geprüfte Anweisungen: wie Kinder von hohen und mittlern Stande, zu guten Gesinnungen und zu wohlanständigen Sitten können angeführet werden

12 Anziehen ves Morgens. 
Und 5848 Rind muß nichr wenitter zur 
KSoigſamkeit und Gedult mit Ernſfi und 
Liebe angebalten werden. Denn ihr Eigen- 
wille erſchweret nicht ſelten gat zu gerne dieſes Ge: 
ſchäfte, 
2) Bey der Ankleidune kann der Grund 
zur Ordnung und zur Unordnung bey 
einem Rinde geiegt werden. Wenn Ef: 
Fern die Bedienten öder das Kind nicht ſelbſt anz 
Halfen , daß ſie jedes der Kleidungsſtückfe an einen 
Geſiimmten Ort legen; wenn ſie es beym Anziehen 
erſt aus allen Winkeln zuſammen ſuchen müſſen 3 
wenn es den Kindern oder den Bedienten gleich» 
gultig zu ſeyn ſcheinet, ob die Kleidung reinlich iſt, 
und ob ſienett angeleget wird, oder nicht 3; fo iſt ein 
ſolches Kind ſchr zu beklagen. Es wird der Unord- 
nung gewohnt, Eltern oder Aufſeher haben bey 
Wahrnehmung dieſes Fehlers nicht zu ſäumen , an 
deſſen Abſtellung mit Ernſt und Liebe zu arbeiten, 
3) So hald ein Kind das vierte Jahr erreichet 
Haf, kann es durch Ehrbegierde und kleine Bergel: 
fungen ſchon angehalten werden, die leichteſten 
Rleidungete ſtücken ſelbſt anzuzieben, und 
davor zu ſorgen, daß es jedes an ſeinem beſtimmten 
Orte finde, 
4) Vorzüglich halte man darauf: daß ſich 
Hie Jugend Hurtig, jedoch obne Ucbereis 
fung anzieber. €E*s iſt ein faſt allgemeiner Feh- 
ſey der K'nder ; daß ſie bey dieſem Geſchäfte den er- 
ſten und beſten. Theil der Morgen-Zeit verderben, 
oo | Zie
	        

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