Full text: Sittliches Erziehungs-Lexicon, oder Erfahrungen und geprüfte Anweisungen: wie Kinder von hohen und mittlern Stande, zu guten Gesinnungen und zu wohlanständigen Sitten können angeführet werden

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den gehörigen Anſtand beweiſet: daß es artietiſt. 
Und je mehr unſere Lieblinge , in guten Geſinnun- 
gen und "Betragen gegen Gott und Menſchen zu- 
nehmen, deſto mehr erhalten ſie das Gepräge arti- 
ger Kinder. 
'Da dieſe- Artigkeit das höchſte und angenehme 
Ziel iſt , welches Eltern und Lehrer durch ihre Er- 
ziehungs- Arbeit zu erreichen ſuchen, ſo will ich hier 
einige der Wege anzeigen, auf welchen Eltern die 
Freude hoffen können, ihren Wunſch erfüllet zu ſeßen ; 
1) Schon ebe das Rind zu denten ans 
fänger, muß man es mogligſt gewöbnen, 
fich“ io zu betragen, wie es die Geſetze 
dex Tugend und des YDoblſtandes erfo- 
dern. Jemehr man ein Kind gewöhnt, tugendhafet 
zu ſeyn, ee es den Ffahmen der Tugend kennet, 
deſto leichter und gründlicher wird es artig werden, 
Jung gewvöhnr , alt gethan. 
2) So bald der junge Verſtand ſich zu zeigen 
anfänget , ſo ſage man dem Kinde bey ohngefähren 
und geſuchten Selegenheiten: xwas nach gortliz 
cven und menſchlichen Geſetzen nöchig iſt. 
Man zeige ihm den LTutzen der Artigkeir 
aus faßlichen. Gründen , aus Geſchichten oder aus 
eigenen Erfahrungen. 
3) Man nehme es als eine ſchon bekannte und 
ausgemachte Sache an : daß Rindern die Ar- 
eingkeit eben ſo nötbig ſey, als eſſen und 
trinfen. Man nehme es zu einem „auswendig ge- 
lerneten , verſtandenen und geübten Grundſaß an: 
»dhne Eſſen und ohne Artigkeit, kann kein Menſch 
„in
	        

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