Full text: Sittliches Erziehungs-Lexicon, oder Erfahrungen und geprüfte Anweisungen: wie Kinder von hohen und mittlern Stande, zu guten Gesinnungen und zu wohlanständigen Sitten können angeführet werden

20 Aufſtehen aus dem Bette. 
Dieſe gute Ermahnung wird gewiß nicht immer, 
aber doch -oft von den Kindern befolget werden, 
„Und man hat ſchon etwas gewonnen, wenn man 
„oft den Gedanke an Gott, den höchſten Herrn 
„und Wohlthäter , zum erſten Gedanke in der 
„Seele eines Kindes gemachet hat. 
2) Jn der Folge lehret man das Kind gelegent- 
lich mit ernſthaft heiterm Geſicht :“ daß dieſer groſſe 
und gütige Gott allwiſſend iſt , daß er alles weiß 
und ſießet was die Kinder den Tag über thun, daßer 
an unartigen und böſen Kindern keinen Gefallen haf, 
trian ermuntert denn dieſe kleinen Liebs 
linte, daß ſie ſicb ſchon im Bette vors? 
nehmen, denTag übernicht unartig und 
ungeborſam zu ſeyn. | 
3) Schlafen zwey Kinder in einem Bette , oder 
mehr Kinder in einer Cammer, ſo iſt eine genaue 
Aufſicht nöthig : daß ſie keinen Unfug treiben 3; nicht 
zanken, nicht wild ſeynz ſich nicht unanſtändig enk» 
bloſſen ; nicht mit Ungeſium fodern , ehr aufzuſte- 
ben, oder länger im Bette zu bleiben, als es die 
Ordnung des Hauſes mit ſich bringet« WBeträgt 
ſich hierinn ein Kind ungebührlich, ſo wird der 
kleine Verbrecher mit einem gleichgültigen oder bös 
ſen Anbli , mit Berweiſen oder „gar mit Verfürz- 
zung des Morgenbrodes geſtrafet. Und Freundlichs 
Feit , Lob oder kleine Bergeltungen ſind der Lohn ihr 
rer Beſſerung , ſo lange, bis es- ihnen zur Gewsohne 
Heit wird, 'die Pflichten der Sictſamkeit zu beob- 
achten. 
Denn
	        

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