Full text: Sittliches Erziehungs-Lexicon, oder Erfahrungen und geprüfte Anweisungen: wie Kinder von hohen und mittlern Stande, zu guten Gesinnungen und zu wohlanständigen Sitten können angeführet werden

24 Beſcheivenheit. 
dahin ſehen, daß ſiejeder Claſſe ſolche Lehrer vorſetzen, 
welche der Jugend ein vorleuchtendes Läuſter der 
Sittſamfeit und Zeſcheidenbeit ſind. 
2) Wenn ſchon in Amt ſtehende Schullehrer 
durch grobe Worte oder Handlungen den Kindern 
ein ſchädliches Beyſpiel geben , ſo iſt es die Pflicht 
der Schulaufjeher und Prediger, dieſem TTkangel 
der Zeſcheidenbeit, als eine der juttend 
böchſt ſchädliche Sache anzuſehen , und 
den groben Schullehrer mit Güte und Ernſt anzus- 
Halten , daß er ein Lehrenves Muſter der Beſcheis 
donheit wird. Man geſtatte nie, daß er den Kin? 
dern grobe Schimpfnahmen giebt, | 
3) -Ein Schullehrer in niedern und hohen Claſs 
ſen gewöhne die Kinder , daß.ſie alles von ihm 
mit Zeſcheiwenbheit fragen und bittweiſe 
fodern, er ſehe dahin, daß ſie ſowohl in Worten, 
als in allen Begegnungen ,. beſchieden gegen ein ans 
der ſeyn == er lobe und ziehe die ſittſamen bey vielen 
Gielegenheiten vor. Nn 
- 4) Bey Schulviſiratienen, und bev 6f: 
fentlichen Eramen ſolten die Schulaufſeher 
nicht nur die Wiſſenſchaftclichen Profeetus derSchuüs 
ler. ſondern auch ibre Sirtſambteit erforſchen, 
ſolche in dem Cchriftlichen Schul Catalogo anzeigen 
laſſen , und. nach geendigtem wiſſenſchaftlichen Exas 
men die Kinder in die Ordnung ſtellen und ſeken laſs 
fen, wie ſie es naß den Graden. ihrer Sittſamz- 
Feit verdienen. Und beym- Abgang ſolte im Matris 
euf bey jeven abgehenden Schüler bemerfet werden, 
ob er ven Ruhm der Sittſamkeit zurücfgelaſſen 2 
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