Full text: Sittliches Erziehungs-Lexicon, oder Erfahrungen und geprüfte Anweisungen: wie Kinder von hohen und mittlern Stande, zu guten Gesinnungen und zu wohlanständigen Sitten können angeführet werden

Freygeiſterey. 57 
init ſanftem und prüfenden Geiſt, gern die Belehrun- 
gen erfahrner Männer leſen und nüßen. 
Freygeiſterey. 
in-Freygeiſt iſt derjenige, welcher ſich erlaubt, 
ſicrlich ſo zu denfen und ſo zu handeln, wie 
„es ihm gefällt. Oder wenigſtens hält er wichtige 
„Wahrheiten und Vorſchriften der heiligen Schrift 
„nicht vor gvttlich und verbindlich. Auch ſelbſt 
„aus der natürlichen Theo'ogie, nimmt er nur das: 
„jenige an? was mit ſeinen vorgefaſten willführli- 
„Hen Meinungen , oder mit ſeinen unregelmäßigen 
„Zteidenſchaften beſiehen fann, 
Ein ſolcher Freygeiſt ſieher in groſſer Gefahr, 
heimlich oder öffentlich ein laſterbafter Menſch 
zu werden 3 oder er iſt es ſchon wirklich, Er wird 
unter der Cappe , oder unverſchämt, ein ſpottender 
Verfolger ſiner Mitmenſchen; die anders denken, 
als ex 3 In Gefahren oder im Tode iſt er verwes? 
gen, verſtockt, oder verzagt und troſtlos, 
An den Geſinnungen und ſittlichen Leben eines 
ſolchen Freygeiſtes , kann weder Gott, noh edels: 
denkende Menſchen einen B3ohlgeſallen haben, Und 
ihr. fko9s in der Ewigkeit, kann gewiß nicht vergel? 
fend ſeyn. Denn wie könnte .der Verächter Got- 
tes, des Schöpfers und Heilandes der Weltz wie 
könnte der Spotter tugendhaft - religidſer Geſinnun- 
D 5 gen,
	        

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