Full text: Sittliches Erziehungs-Lexicon, oder Erfahrungen und geprüfte Anweisungen: wie Kinder von hohen und mittlern Stande, zu guten Gesinnungen und zu wohlanständigen Sitten können angeführet werden

Gemeinnüßig. 73 
zeiget. Der ſanfte Bater-Nahme Gottes, iſt bes» 
Halb ſo bedeutungsvoll und beruhigend, weil dadurch 
ſeine Macht und Neigung bezeichnet wird, über alle 
Kinder der Erde Wohlthaten zu verbreiten. 
4) Man brauche alle Gelegenheit, den Kindern 
zu zeigen? wie ſſedurch ihre frühen guten Geſinnun- 
gen , durch ihre kleinern Wiſſenſchaften, oder durch 
ihr gutes Exempel andern Kindern oder“ Erwachſenen 
in ihrer noch engen Sphäre gemeinnükig werden 
fönnen. Dies wird die Sehnen ihrer Seele und 
ihres Cörpers zu dieſem Ziel aufſpannen und frohe 
Ausſichten für die Zukunft eröfnen. Und wie rus 
Hig vergnügtwerden wir einſt unfere Augen Ühlieſſen 
Lönnen , wenn wir bey dem Abtritt von der Scene 
dieſes Lebens den Ruhm hinterlaſſen, daß wir für 
die Religion und für den Staat gemeinnüßige Kins 
der zu erziehen geſuchet haben. . Dies fey der gröſte 
Häusfſiche Ruhm der Fürſten und Fürſtinnen , der 
mittlern und geringſten Bäter und Mütter, 
Geſetßmäſfig. 
s iſt im bürgerlichen Staat vieles neſeumäſe 
Kr ſiex, was nach Grundſäßen der Matur, der 
Öffenbarung, oder der Billigkeit nicht recht? 
mäßier iſt. Die Urſache davon iſt dieſe? Die Ge: 
ſesgeber ſind nicht allezeit die verſtändigen , religib- 
ſen , gütigen und billigen Männer, die ſie ſeyn foll- 
ten, Unverſtand, Unvorſichtigkeit, übelverſtiande- 
€ 5 nes
	        

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