Full text: Sittliches Erziehungs-Lexicon, oder Erfahrungen und geprüfte Anweisungen: wie Kinder von hohen und mittlern Stande, zu guten Gesinnungen und zu wohlanständigen Sitten können angeführet werden

Gottesfurcht. 85 
Dies erfodert die ſittliche Regierung Gottes. Und 
wer ſollte wohl die Rinder nicht gewöhnen 
und ermuntern, ſich zu fürchten, ets 
was zu thun, wodurch ſie unglücklich 
werden können. | AH 
2) Dieſe Furcht vor Gott wird in ven Seelen 
der Kinder weislich erzeuget, und ernähret : :wenn 
man ihnen aus den Werfen der Llatur, 
aus der beiligen und weltlichen Geſchich- 
te, die Allmacht Gottes, ſeine beilige 
und allgewalrige Strafggerechtigkeit zet- 
Uet, und die Seelen dadurch in die heilſame Er=- 
ſchütterung ſeßer, welche nöthig iſt, wenndie Furcht 
vor Gott das Semütrh für“ geheimen Sünden war= 
nen, und den Ausbrüchen der: Laſter Damm und 
Gränzen ſetzen ſoll. | = 
Dies war die Lehrart deren ſich Gort ſelbſt bes 
diente , als er nac) dem Ausgang aus Egypten, 
nicht nur die Erwachſenen , ſondern auch die Un- 
mündigen Iſraeliten , zur Haltung der zehn mora=- 
liſchen Geſehen bewegen wollte. Er ließ die Erde 
erbeben , der Berg Sinai rauchete, furchtbarer 
Donner rollete , und alles vereinigte ſich: ihnen die 
Furcht erwe&ende Macht Gottes zu zeigen. Denn 
Gott wuſte, wie nöthig es ſey , die mächtigen Jtei- 
gungen zur Sünde , durch eine mächtige Gemt 
 
 
1UthHs- 
neigung, nemlich, durch die Furcht zu bezähmen. 
Wenigſtens war dieſe Furcht ein nüßlicher Zaum, 
welcher die Erwachſenen und die Jugend hinderte, 
daß ſie nicht ganz zugellos und ungeſcheuet laſterhaft 
dachten und lebten. 
 
FT 3 Da
	        

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