Full text: Klassen 5 bis 10 (1981)

 
 
Lexik 
Der neue Wortschatz wird auch in Klasse 6 in der Regel mündlich im 
Sinnzusammenhang (in veranschaulichenden Sätzen oder Texten) eing 
führt. r 
Unmittelbar nach der auditiven Aufnahme der jeweiligen lexikalischen 
Erscheinung wird ihre Bedeutung erschlossen. Das geschieht soweit wie 
möglich durch Demonstration von Gegenständen und Handlungen, durch 
Verwendung von Unterrichtsmitteln und Abbildungen verschiedener Art 
sowie mit Hilfe des Kontextes, von Antonyma und Synonyma, Umschrei- 
bungen usw. 
Die Genauigkeit der Bedeutungserschließung wird durch eine Kontroll- 
übersetzung überprüft. 
Nach der Semantisierung eignen sich die Schüler den neuen Wortschatz 
durch wiederholtes Hören und Nachsprechen akustisch-artikulatorisch 
an. Die sichere und dauerhafte Eingliederung des Wortschatzes in den 
individuellen Sprachbesitz wird dadurch unterstützt, daß die Schüler 
bei vorübergehender Isolierung der neuen lexikalischen Erscheinung mit 
dem Schriftbild bekannt gemacht werden sowie die grammatische und 
kombinatorische Komponente erschließen und anwenden lernen, Hier- 
bei sollen sie schrittweise dazu angehalten werden, von den im veran- 
schaulichenden Text auftretenden obliquen Formen die jeweilige Grund- 
form zu finden sowie die Zugehörigkeit der neuen lexikalischen Ein- 
heiten zu einer Wortart oder zu einem Flexionsparadigma zu bestimmen. 
Schon gegen Abschluß der Klasse 5 verkürzt sich der Abstand zwischen 
der Vermittlung der akustisch-artikulatorischen und der optisch-grapho- 
motorischen Komponente des neuen lexikalischen Materials so, daß nun- 
mehr beide Komponenten in derselben Unterrichtsstunde auftreten kön- 
nen. 
Ferner sind in Klasse 6 erstmals einzelne neue lexikalische Einheiten 
von den Schülern selbständig vom Schriftbild ausgehend beim (stillen) 
Lesen zu erschließen. Der exakten Erarbeitung ihrer akustisch-artiku- 
latorischen Komponente im Unterricht ist — unter Beachtung der Hin- 
weise im Abschnitt „Orthoepie“ — große Aufmerksamkeit zu schenken. 
Die erste Festigung der neu erworbenen lexikalischen Kenntnisse durch 
rezeptive, rezeptiv-reproduktive, reproduktive und produktive Sprach- 
tätigkeiten schließt den Prozeß der Vermittlung im Unterricht ab. Die 
optisch-graphomotorische Komponente neuer lexikalischer Erscheinun- 
gen muß auch durch Schreibübungen genügend gefestigt werden. 
Bei der Festigung und Aktivierung lexikalischer Kenntnisse kommt der 
Arbeit mit Mustern für die Sprachausübung als Lern- und Übungsein- 
heiten besondere Bedeutung zu. Die Muster bilden die Grundlage für 
Substitutions-, Transformations- und Ergänzungsübungen, in die das be- 
reits behandelte lexikalische Material systematisch einzubeziehen ist. Da- 
durch sind die lexikalischen Kenntnisse zu aktivieren. 
Bei der regelmäßigen Wiederholung des Wortschatzes sind die im Ab- 
schnitt „Wiederholung“ enthaltenen Hinweise zu beachten. 
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