Full text: Klassen 5 bis 10 (1988)

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individuellen Sprachbesitz wird dadurch unterstützt, daß die Schüler bei 
zeitweiliger Isolierung der neuen Erscheinung mit der optisch-graphomo- 
torischen Komponente bekannt gemacht werden. Die Vermittlung und 
Aneignung des Schriftbildes durch Lesen und Schreiben erfolgen 'anfäng- 
‚ich in der Regel mehrere Stunden nach der mündlichen Einführung des‘ 
neuen lexikalischen Materials. Jedoch ist der Abstand zwischen der Ver- 
mittlung der akustisch-artikulatorischen und der optisch-graphomotori- 
schen Komponente gegen Ende der Klasse 5 so zu verkürzen, daß zu Be- 
ginn der Klasse 6 alle Komponenten in ‘derselben Unterrichtsstunde ein- 
geführt werden können. | 
Die erste Festigung der neu erworbenen lexikalischen Kenntnisse durch 
rezeptive, rezeptiv-reproduktive, reproduktive und produktive Sprach- 
tätigkeiten schließt den Prozeß der Vermittlung im Unterricht ab. 
Bei der Festigung und Aktivierung lexikalischer Kenntnisse kommt der 
Arbeit mit Mustern für die Sprachausübung als Lern- und Übungsein- 
heiten besondere Bedeutung zu. Die Muster bilden die Grundlage für 
Substitutions- und Ergänzungsübungen, in die bereits vermittelte (ange- 
eignete) lexikalische Kenntnisse systematisch einzubeziehen und dadurch 
zu aktivieren sind. Es ist konsequent darauf zu achten, daß den Schülern 
die Bedeutung der im jeweiligen Muster. auftretenden lexikalischen Er- 
scheinungen geläufig ist. = ! i 
Der Wiederholung und Systematisierung des bereits erworbenen Wort- 
schatzes ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Sie sollten vor allem 
unter thematischem, gelegentlich auch unter grammatischem Aspekt er- 
folgen. : 
Die Kontrolle lexikalischer Kenntnisse geschieht vorwiegend einsprachig, 
unter anderem durch Benennen von Tätigkeiten und Gegenständen (zum 
Beispiel anhand von Bildkarten) sowie durch Beantworten und Stellen von 
Fragen. Die Übersetzung von Wörtern, Wortgruppen und kurzen Sätzen 
sowohl aus der Fremdsprache als auch in die Fremdsprache kann als 
Kontrollform verwendet werden. \ , 
Grammatik 
In Klasse 5 werden grundlegende grammatische Kenntnisse erarbeitet. 
Die Vermittlung dieser Kenntnisse erfolgt entsprechend den Altersbeson- 
derheiten vorwiegend mit Hilfe des induktiv-deduktiven Verfahrens. 
Nur lexikalisch werden solche grammatischen Erscheinungen behandelt, 
deren Merkmale und Funktionen noch nicht einem System zugeordnet 
werden können. Das betrifft zum Beispiel 2 ) 
den Gebrauch des Imperativs in Wendungen aus der Unterrichtssprache, 
die Personalpronomen der 1.: und 2.. Persen Singular im Genitiv sowie 
der 1., 2. und 3. Person Singular im Dativ und Akkusativ. 
Im Grammatikunterricht der Klasse 5 werden häufig Muster. für die 
Sprachausübung als Lern- und Übungseinheiten verwendet. Mit ihrer 
Hilfe werden grammatische Erscheinungen zunächst sprachpraktisch an- 
geeignet. Nachdem genügend Induktionsmaterial angesammelt ist, wird 
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