Full text: Klassen 5 bis 10 (1988)

 
Sprechen 
Bei der Entwicklung ‚des Sprechens nehmen besonders einsprachige, va- 
riationsreich gestaltete Übungen einen breiten Raum ein. Als Grundlage 
dienen hierfür soweit wie möglich der Praxis nahekommende Situationen, 
die enge Bezüge im Leben der Schüler aufweisen. 
Im Anfangsunterricht wird mit Übungen im Nachsprechen kurzer Sprach- 
zusammenhänge (einzeln und im Chor) begonnen. Mit fortschreitendem 
sprachlichem Leistungsvermögen der Schüler gewinnen Übungen an Be- 
deutung, die auf das Führen einfacher Gespräche im Rahmen der Lehr- 
planthemen vorbereiten. ’ 
Dazu gehören das Beantworten und Stellen einfacher Fragen (Alternativ-, 
Bestimmungs- und Ergänzungsfragen). 3 a 
Bei der Entwicklung des dialogischen Sprechens ist der Arbeit mit Dialog- 
mustern besondere Aufmerksamkeit zu schenken, um einfache und typi- 
sche situationsgebundene Wendungen fest in den Sprächbesitz der Schüler 
einzugliedern. Außerdem sollen sie lernen, die Wendungen auf ähnliche 
Sachverhalte zu übertragen. 
Von Anfang an soll die Fremdsprache weitgehend als Unterrichtssprache 
verwendet werden. Die Schüler sind dazu anzuhalten, daß sie russisch 
fragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben, und ihre Wünsche mög- 
lichst in der Fremdsprache formulieren. 
Bei der Entwicklung des monologischen Sprechens führt die Übungsfolge 
vom rein-reproduzierenden Sprechen zur textgebunden-variierenden 
Sprachausübung. 
Das Beschreiben von Handlungsabläufen und einfachen Situationen er- 
folgt zunächst in Frage-Antwort-Form und danach in monologischer 
Form. Es wird vorwiegend durch optische (gegenständliche oder bild- 
liche) Hilfen ausgelöst. Die Unterstützung durch sprachliche Hilfen (Stütz- 
wörter, Wortgeländer) wird vorbereitet. 
Das Erstatten von kurzen Berichten über den persönlichen Lebensbereich 
des Schülers und das Alltagsleben in sprachlich einfacher Form kann aus 
der Beschreibung entwickelt werden, indem die gegenständlichen oder 
bildlichen Hilfen durch verbale Stützen ersetzt werden. 
Zusammenhängende Äußerungen der Schüler sollen nicht durch Korrek- 
turen unterbrochen werden. Die sprachpraktische Korrektur, an der alle 
Schüler aktiv zu beteiligen sind, hat den Vorrang vor der sprachtheore- 
tischen Berichtigung. 
Der Leistungsstand im Sprechen 
ler einfache Fragen (Alternativ-, B 
wird dadurch kontrolliert, daß die Schü- 
estimmungs-, Ergänzungsfragen) be- 
antworten oder selbst formulieren, kurze Gespräche führen sowie ein- 
fache Situationen und Handlungsabläufe beschreiben. Außerdem haben 
die Schüler Gedichte und Dialogmuster aus dem Gedächtnis vorzutragen, 
Lesen 
Bei der Entwicklung der Lesefertigkeit lernen die Schüler, dem Schrift- 
bild von Wörtern, Wortgruppen, Sätzen u 
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