Full text: Lehrplan der zehnklassigen allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule

sen. Deshalb ist bei der Gestaltung des Russischunterrichts großer Wert darauf zu 
legen, daß alle Schüler besonders durch angemessene Forderungen, aktivierende 
Lernaufgaben und ein hohes pädagogisches Niveau des Unterrichts Freude am 
Lernen und Erfolge haben. Ferner ist es erforderlich, das jeweils erreichte Rezep- 
tions- und Aussagevermögen der Schüler voll auszuschöpfen und ihnen Gelegen- 
heit zum Anwenden ihres russischsprachigen Wissens und Könnens zu geben. 
Wissen über die Sowjetunion wird durch die Arbeit an entsprechend gestalteten 
Hör- und Lesetexten, durch das Lernen russischsprachiger Lieder und Gedichte 
sowie durch die Nutzung von Anschauungsmaterialien erweitert und emotional 
vertieft. Freundschaftsaktivitäten sollen durch die Einbeziehung des Briefwech- 
sels in den Unterricht sowie durch Übungen im Führen von Kontaktgesprächen 
angeregt werden. Bei der Erziehung der Schüler zur deutsch-sowjetischen Freund- 
schaft sind auch die Potenzen zu.nutzen, die sich aus der Koordinierung des Rus- 
sischunterrichts mit anderen Fächern ergeben. Das betrifft zum Beispiel den Lite- 
raturunterricht bei der Arbeit an Gedichten und an Texten belletristischer Art 
sowie den Musikunterricht, wenn es um die Vermittlung russischer und sowjeti- 
scher Lieder geht. 
Bei der Festlegung der Lerntätigkeiten, die die Schüler im Rahmen einer Stoffein- 
heit ausüben sollen, ist zu beachten, daß Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben 
einander im Aneignungsprozeß wechselseitig fördern und daß die sprachlichen 
Mittel in der Regel nur durch eine vielfältige Verwendung im Rahmen aller 
Sprachtätigkeiten solide angeeignet werden können. Deshalb sollte gewährleistet 
werden, daß produktive und rezeptive, mündliche und schriftliche Lerntätigkeiten 
einander im Unterricht sinnvoll abwechseln. Keine Sprachtätigkeit darf über län- 
gere Zeit ausgeschlossen bleiben. 
Die beim Lesen und Hören aufgenommenen Informationen sollen zunehmend 
auch als Grundlage für das Sprechen und Schreiben genutzt werden. Zugleich 
kann zeitweilig der eine oder der ändere Sprachbereich akzentuiert werden. Diese 
Akzentuierung soll vor allem in Abhängigkeit davon erfolgen, ob Zielsetzung, The- 
matik und Sprachstoffe der betreffenden Stoffeinheit bzw. Unterrichtsstunde eine 
vorwiegend produktive oder vorwiegend rezeptive, eine vorwiegend mündliche 
oder vorwiegend schriftliche Sprachanwendung verlangen. 
Der Fremdsprachenaneignungsprozeß ist als Einheit von Erfassen, Einprägen, 
Einüben und Anwenden zu gestalten. Dazu ist es unter anderem erforderlich, das 
Erfassen und Einprägen von Lexik und Grammatik so eng wie möglich mit dem 
Einüben und Anwenden zu verbinden. Neuer Sprachstoff soll in jeder Unterrichts- 
stunde so bemessen sein, daß noch in derselben Stunde eine ausreichende Festi- 
gung erfolgen kann. Erfassen, Einprägen, Einüben und Anwenden sind nicht 
schematisch in linearer Folge anzuordnen. Charakter, Menge und Abfolge der ein- 
zelnen Lernhandlungen werden vielmehr in Abhängigkeit von den Anwendungs- 
zielen, von den Eigenschaften des Stoffes sowie vom konkreten Stand des Wissens 
und Könnens der Schüler variiert. Innerhalb einer jeden Stoffeinheit sollen Erfas- 
sen, Einprägen, Einüben und Anwenden so bemessen und verteilt werden, daß 
das Anwenden kontinuierlich den gesamten Unterrichtsprozeß durchzieht und so 
seine lernfördernden, motivierenden Wirkungen permanent zum Tragen kom- 
men. ; 
Bei der Gestaltung des Unterrichtsprozesses ist zu beachten, daß durch Bewußt- 
machen wesentlicher sprachlicher Regelmäßigkeiten eine Orientierungsgrundlage 
entsteht, die das Behalten von Einzelerscheinungen- fördert, den praktischen 
Sprachgebrauch erleichtert, die Selbstkontrolle ermöglicht und die Sprachaneig- 
nung insgesamt rationalisiert. Es ist zu sichern, daß sich die Vermittlung sprachli- 
cher Regeln auf eine ausreichende Menge konkreten Sprachmaterials stützt. Die- 
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