Full text: Die Kolonieen Brandenburg-Preussens an der Westküste von Afrika 1681-1721

 
 
 
 
 
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nde September 1681 erjchien Benjamin Raule auf Einladung feines Ge- 
bieters in Berlin. Er war nicht in der beiten Stimmung, denn er hätte es 
L Lieber gefehen, wenn fich der Kurfürft für Fortfeßung des fpaniichen Unter- 
nehmens entfchieden hätte. Bangen Herzens erimog er, mas nun wohl das Schidjal 
der Marine fein werde, 
Etwas erleichtert atmete er auf, als er fich feinem Gebieter gegenüber jah, denn 
berjelbe trat freundlich auf ihn zu, reichte ihm die Hand und erfundigte fich mohl- 
mollend nach feiner Gefundheit. Nachdem ihm der General-Marinedireftor ent- 
Tprechend geantwortet, ging der Kurfürst Ichnell auf die gefchäftlichen Angelegenheiten 
über. 
Wir haben unfere Kreuzerfahrten gegen Spanien aufgeben müfjlen; — 
fagte er — faum wird Euch dies genehm gemejen fein... . 
&3 thut mir leid, gnädiger Herr, — erlaubte fich Raule zu bemerfen — daß die 
Unternehmung nicht den gewünjchten Erfolg gehabt hat; wären wir damit forte 
gefahren, mwiirden wir vielleicht doch noch erfledlichen Gewinn dapongetragen haben. 
Allerdings Haben wir faum die Unfoften deden fünnen; — fuhr Friedrich 
Wilhelm fort — doch wenn wir uns dabei verrechnet, jo trifft Euch und bie 
maderen Seeleute feine Schuld; man fann, wie ic aus eigner Erfahrung meiß, 
auf jiheren Kriegsgemwinn jelbft im Falle des Sieges feinesfall3 rechnen, und im 
Geelampfe find die Ausfichten noch unficherer. 
€3 follte mich jchmerzen, gnädiger Herr, — Hub wieder der General-Marine- 
direftor an — wenn Eure Durchlaucht infolge des geringen Succeffes die Marine 
nun doch noch abandonnieren wollten... . 
Weil mir dann unfern General-Marinedireftor nicht mehr verwenden fünnten! 
— lachte der Herrfeher — Nun, darüber macht Euch feine Sorgen! Denn eigent= 
lich bin ich mit meiner Marine gar nicht ungufrieven. Unter fchwierigen Ver- 
hältniffen hat diefelbe die Wogen der norbifchen Meere durchfreugt, den roten Adler 
Brandenburgs im Kanal, an den fpanifchen und portugiefifchen Küften, ja in den 
mwejtindifchen Gemäffern mit Ehren entfaltet und, und indem fie fich plöglich in bie 
Marinen der feefahrenden Nationen eingereiht, deren Achtung erworben. Dadurch 
hat fi) die pon Euch gefchaffene und mit Gefchie dirigierte Flotte ein pauern- 
de 5 Berdienftiumunfern Staat erworben. Und nachdem unfere Marine 
fühnen Mutes jelbjt einer Uebermacht gegenüber bie Teuerprobe beftanden hat, Yäht 
es unfte Ehre überhaupt nicht zu, die bon ihr draußen entfaltete Flagge mieber 
einzuziehen!.... Davon fann nicht mehr die Rebe fein! Unfer Entfhluß fteht feit, 
auch fernerhin eine Marine zu unterhalten! Mag fein, daß Triegerifche Ereig- 

	        

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