Full text: Die Kolonieen Brandenburg-Preussens an der Westküste von Afrika 1681-1721

 
 
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pritter brachte einen jungen Hund, auf den er all mein- Siehtum bannte und den 
er nachmals erträntte.. ... Das war, wie Eure furfürftliche Durchlaucht fich denken 
fünnen, ein ganz eitel und vergeblich Bemühen; «3 zeugte aber dabon, daß die 
thörichten Wilden mir in Freundfchaft zugethan waren und mwünfchten, dap ich 
dem Iobe entrönne Mein Körper muß befonberz ftarf gemwefen fein, fo daß er 
dad Gift der Seuche hat überwinden und fich mwieber aufrichten fünnen. Das ge- 
lang um fo fchneller, ala ich ven Morian bejtieg und zeitiweife Groß-Friebrichg- 
burg verließ. Dort, in dem großen Meerbufen, der die Kiifte von Guinea umjaumt, 
biegt die Infel St. Thomas, ein fruchtbares, gebirgiges Eiland mit gefunder Luft. 
Hier legten wir an, und wunderbar war e3, ie Tchnell wir uns auf diefer Snfel 
erholt haben... Sonach, mein ich, ift’3 das bejte Mittel, die, fo von der „Land- 
feuche” Heimgefucht find, auf das Schiff zu Bringen, und auf einige Zeit in einem 
gefünderen Klima leben zu Laffen. 
Vielleicht gelingt e3 unferen guten Aerzten, — urteilte der Herriher — die 
fohon mider manche andere Seuche ein Heil- oder doch menigjtens ein Linderungs- 
mittel entbect haben, auch gegen folch ververblich Fieber eimaz Wirkffames zu fin- 
den. Dort, wo die Seuche heimifch ift, Yäßt möglicherweife unfer Herr Gott irgend 
ein Kräutlein wachfen, welches den Krankheitsfeim ertöten und dem Siechen wieder 
aufbelfen fann . .. Doch nun berichtet una fchnell noch, was Ahr biz zu Eurer Heim= 
funft erlebt habt! 
on der nel St. Thomas kehrten wir nach ver Goldfüfte zuriick und befuchten 
hernach noch die Königreiche Ara und Benin, das Land Soere an den Flüffen 
Yorcados und Rauel fotwie das Land Camerones (Kamerun). Die Eingebornen 
im legtermähnten Lande find noch ganz mild, freffen nicht allein die Weißen, fon- 
der auch ihre eigenen Toten auf und führen immer Krieg untereinander, Doch 
fand ich an jener Bucht auch) einen Drt, den die Schaquint bewohnen. Sie eriviefen 
fich etwas menjchlicher, und wir fonnten bon ihnen gegen fupferne Arm- und Fuß- 
ringe. Elfenbein und meigen Pfeffer erhandeln. Dort erzählte man uns: hundert 
und fünfzig Meilen landeinwärts wohnten ganz weiße Leute mit meißgefräufel- 
tem Haare und meißen Augenbrauen, die am Tage wenig fähen, aber Nachts ein 
Tcharfes Geficht Hätten und dann die benachbarten Schwarzen mit großer Wildheit 
befriegten. Gie fügten, hieß e3, den Negerftämmen großen Schaben zu, ließen fich 
Teldft aber nimmer gefangen nehmen. Diejfes Camerones-Land Yiegt gerade unter der 
Mittel-Linie (Uequator), und die Luft ift dort fo verpeftet, daß niemandem zu raten 
ift, Yange dafelbit ftil zu liegen ... . Weiter gen Süden, bom Capo be Lopo an, 
folgt das Königreich Angola, mofeldft wenig zu erhandeln tft, doc im König- 
teih Congo, welches auch füdhmwärts Tiegt, find zahlreiche Sklaven zu befommen, 
welche durch die Portugiefen, jo dort mohlgelitten find, ausgeführt werben. Die 
Eingeborenen find in diefen Gegenden meijt auch jehr mild, beten den Teufel an 
und‘ freffen die Menjchen . . . Wir fehrten von unter ‚Sahrt um, ala 
die Küften immer öber wurden. Auf der Rücdfahrt legten wir natürlich noch= 
mals in Groß-Friedrihshurg an, fanden unfre Landsleute in einigermaßen 
guter Verfaffung und die Befeftigungen To fortgefchritten, daB. der Bla mohl 
Thon jebt al3 das ftärkfte Bollmerf an der afrifanifchen Küfte gelten darf. 
Ein: hohes, ftarfeg Thor führt hinein, und 4 Batterien mit 46 Gejchügen 
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