Full text: Die Kolonieen Brandenburg-Preussens an der Westküste von Afrika 1681-1721

 
 
 
 
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an feinem hellen, Haren Blide fofort an, daß er ein außerorbentliher Mann it; 
die Häufer der beiven find wie fie [elber verjchieden! 
Und doch follen fie jet beive, — fügte Mademweiß hinzu — aud) ber Herr 
dv. Danfelmann, dem Kurfürften in Marinefachen zu Dienften fein. 
Mufäus nidte: 
Ein Beweis dafür, wie diefe Dinge an Bedeutung zunehmen! 
Eben 30g eine Anzahl von Männern mit Werten, Sägen und ähnlichem Hand- 
mwerfzeug aug einem der Speicher von Raules Hof nad) der Spree zu, und bie beiben 
folgten ihnen unmillfürlich nad. An der Schleufe, unmeit Des £furfürftlichen 
Schloffes, machten die Zimmerleute Halt und begannen ein früher angefangenes 
Wert fortzufegen. 
Ein Schifflein, — bemerkte Mademeig — melches nach furzer Zeit vollendet 
fein wird! — Db das Fahrzeug mohl auch auf der See fünnt” fahren? 
Sicherlich, Kollega, — gab Mufäus zur Antwort — denn der Herr Major 
v. d, Gröben, der fürzlich Hier jo ehrenvoll empfangen worden, hat feine große 
Fahrt „nach der Breite von Kamerun“, wo er die Feltung Groß-Friedrichsburg 
erbaut, hier bei eben viefer Schleufe begonnen . . .*) 
Aber ich denk mir, daß der Morian, auf dem er die eigentliche See durdh= 
freuzt hat, doch etwas größer tft! 
Lachend jtimmte Mufaus zu. 
Dennoh — fuhr er fort — fol Hier, wie ich Hure, fünftig mohl man) Schiff ge- 
baut werben, das, wenn e3 die Spree und Havel fomwie ven Elbitrom gen Hamburg 
hinabgeglitten ift, ji auch in die Nordfee Hinauswagen darf. Wu in Habel- 
berg ift eine Schiffsmwerft errichtet worden, und ein neues Edikt des Herrn Kur- 
fürften fol geftattet haben, daß hinfort jeder feiner Vedienten die Schiffszimmer- 
leute, Schmiede und jonftigen Handmerker unentgeltlich gebrauchen dürfe, falls fie nicht 
gerade für die Admiralität befchäftigt feien. Denn das gereiche „zur Yufmunterung 
des Schiffhaues, meil wegen Wohlfeilheit des Holzes, Hanfs, Seiltuches und anderer 
dergleichen Materialien die Equipage und Debit der Schiffe an auswärtige Natiz 
onen mit Vorteil getrieben und dadurch den furfürjtlichen Yanden Abzug und Nah- 
rung zugezogen werden fünne"**), 
Mademeit jchüttelte nachvenflih das Haupt. 
Bon hier nah Hamburg — jagte er — ijt3 eine meite Fahrt; um mie vieles 
meiter mag die bon dort nach der Guineafüfte fein! Und von Berlin aus haben wir 
durch den „Mühltofer Graben“, welchen der Herr Kurfürft hat herftellen Laffen, auch 
einen Waflerweg nach der Dber, jo daß die Schiffe ins Land Schlefien hinauf- 
fommen fönnen . . . Breslau und Hamburg, über unjre Spreejtädte hinweg und 
nach der Nordfee hin verbunden —; e3 ijt ein munderfamer Gedanke! .. . Aber der- 
gleichen Wafleriwege find, ich glaub’3 mohl, die beiten Verfehrsftraßen! 
, Ein Wagen mar von. der (alten) Leipziger Straße her gefommen und Ienfte 
bom Stadtteile Werder hinüber zum furfürftlihen Schloffe. Mufäaus warf einen 
flüchtigen Blick. hinein. > 
0°) Bon der Gröben betont in jener früher -benusten „Orientaliichen Neifebeichreibung” 
die ‚Thatjache einer folchen Ausfahrt. 
**) Ausführungen vom 6. Auguft 1684, vgl. Schü a. a. Orte L, S. 165 und IL, Nr. 9. 
 

	        

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