Full text: Die Kolonieen Brandenburg-Preussens an der Westküste von Afrika 1681-1721

 
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beftänbiger See hübjch ficher im Hafen untergebracht! Selbit Abnehmer haben fich 
überrafchend fchnell gefunden; nur fchabe, daf fie una feinen Schilling davon zu 
gute fommen lafjen wollen! 
Benjamin, — rief jener heftig — mill die Angelegenheit noch immer feine 
Wendung zum Befferen nehmen? Dringen: die brandenburgifchen Gefandten und 
der Kurfürft felber bei den Generafftaaten nicht endlich durch? Hat der Prinz 
bon Dranien nicht doch noch feinen Einfluß für ung zur Geltung gebracht? 
Was gejchehen Eonnte, ift gefchehen, wenigfteng vom Kurfürften, wenn auch nicht 
bom Dranier! Doc find unfere Feinde in den Generalitaaten leider mächtiger hier 
zu Lande alS der tapfere Hohenzoller; wenn der bei ung zu gebieten hätte, wie in 
feinen Marken, und wär’3 auch nur einige Wochen hindurdh, er würde manchen, 
welcher jet das große Wort führt und doch nicht das Gemeinwohl, fondern nur 
feinen eigenen Nugen im Auge Hat, furzerhand zum Teufel jagen! 
Beaudancourt jeufzte auf, 
Dein „Wenn“ ift ein fchlechter Txoft, Benjamin; läßt fi) denn gar nichts 
meiter thun? 
Vorläufig nicht? weiter, Jean, al3 daß wir ruhig abwarten, mas die branden- 
burgifchen Minifter und der Kurfürft auszurichten vermögen! 
Darüber gehen wir zu Grunde, und wenn der Fürft endlich wirklich noch durd- 
dringt, ift’8 zu |pät, meil unfere Gläubiger fi inzwifchen durch unfere bemegliche 
Br unbemwegliche Habe fchablos gehalten, una Telbjt aber nur den Bettelftab gelaffen 
aben! 
Kann fein, daß e8 fo fommt! — fagte Venjamin trodfen — ch felbft habe, wie 
Du teißt, in dem Unternehmen 150000 Gulden angelegt; einen jolchen Verluft 
würde man faum aushalten können, wenn man feine Verbinblichkeiten von früheren 
Zeiten auf fich figen hätte! ,... Wenn alle Stränge reißen, wüßte ich jamohl, mas 
ich thäte! 
Beaubancourt zeigte ein erfchrodenes Geficht. 
Benjamin, Du tirft hoffentlich das Steuer nicht verlaffen, nachdem Du unfer 
Schiff in die tofende Flut Hineingeleitet Haft! SH mache Di für unfer aller 
Wohl und Wehe haftbar.,, 
Raule Yächelte überlegen. 
Fürchte nichts; wenn ich einen äußerften Schritt wage, fo gefchieht’3, um una 
alle zu fichern. Was ich thue, thue ich im gleicher Weife für meine Freunde mie 
für mich felber! 
Da ftürmte Jafob Raule ing Gemadh; jein Antli verriet Schreden. 
Benjamin — rief er — Du bift verloren, denn Deine Feinde haben geliegt! 
Lies diefe Zeilen, welche mir foeben ein Eilbote aus dem Haag überbracht hat! 
Beaubancourt war Kleich vor Entjegen geworden. 
Ums3 Himmels willen — ftieß er hervor — ma3 tft gejchehen? 
Benjamin hatte das Schreiben überflogen. 
Nichts anderes — |pradh er unerfehüttert — als was ich von meinen Gegnern 
erwarten mußte: Soeben tft in ven Generalftaaten eine Refolution bejchloffen worden, 
„mich bei bem Kopf zu nehmen und gefangen nad) dem Haag zu bringen, weil ich als 
ein bormaliger Mitregent von Seeland und Unterthan mit auswärtigen Botentaten 
nicht Hätte Kontrakte Schließen dürfen! . . .“ Daß der Prinz von Dranien und 

	        

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