Full text: Die Kolonieen Brandenburg-Preussens an der Westküste von Afrika 1681-1721

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
‚Domänen und Zölle, zu verpfänden, Jedenfalls follte nichts verfäumt werden, mas 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
er rege Geift de3 beveutenden Fürften mar während feines Winteraufenthal- 
tes zu Berlin in unaufhörlicher Ihätigfeit. Vorerft galt e3, nad Möglichkeit 
> die fchredlichen Schäden zu heilen, welche ber fchmedifche Heberfall feinem 
armen märfifchen Lande bereitet hatte. Nach Kräften forgte er dafür, daß die zerjtör- 
ten Häufer wieber aufgebaut, die Verlufte der Unterthanen an ihrer Habe erjeßt mwurs 
den. Faft prücender ruhte auf ihm die Sorge für den Yeldzug bes neuen Sahres. 
Noch war Schwedens Macht bei weitem nicht gebrochen. Starke Feltungen mit boll- 
zähliger Befagung ficherten ihnen aud) für die Zufunft den Belig eines großen Teils 
von Vorpommern. Mebermächtig aber Stand ihr Verbündeter, Ludwig XIV. von 
Sranfreich, feinen Feinden gegenüber. mar hatte er feinen tüchtigen Marjchall 
Iurenne im Felde verloren, Doc das Jahr 1675 hatte ihm am Rhein und in den 
Tpanifchen Niederlanden erhebliche Vorteile gebracht, und feine jtarke, mohlgeübte 
Armee hielt fich für den Beginn des neuen Yeldzuges unter umfichtigen Generalen 
bereit, die verbiindeten Kaiferlichen, Spanier, Niederländer und Reichstruppen To= 
fort wieder fräftig anzugreifen. 
Da erichien e8 Friedrich Wilhelm denn als feine dringlichite Aufgabe, die Rüft- 
ungen emfig fortzufegen. Schon hatte er fein Heer auf 40 NRegimenter gebracht, 
melche die für damalige Zeit ungeheuere Summe von 200 000 Thalern monatlich er= 
forderten. Sein arme3 Land fonnte faum die Halfte diefer Koften tragen, aber feine 
Verbündeten, die Spanier und die Niederländer, hatten fich verpflichtet, Die andere 
Hälfte aufzubringen. Leider hatte fich feine Berechnung biöher al3 trüglich eriwiefen, 
denn die bolländiichen Hilfsgelder pflegten Tehr unregelmäßig einzugehen, die jpa= 
nifhen gänzlich auszubleiben. ITroßdem rüftete er mutig meiter. Um den Ausfall, 
melchen jeine Gelomittel infolge der Läffigkeit jener Bundesgenoffen erlitten, ander- 
meitig deden zu fönnen, zögerte er nicht, einjtweilen feine beiten Staatzeinnahmen, 
 
durch die friegerifche Lage geboten wurde. Die Lücken im Mannfhaftsitande der 
Regimenter wurden ergänzt, durch unausgefeßte Mebungen die Kriegstüchtigfeit der 
Soldaten gehoben, deren Ausrüftung verbeffert, neue Gefchüge befchafft u. dgl. mehr. 
Darüber vergaß der Kurfürft auch die Marine nidt. Schon bei Beginn 
bes Jahres 1676 z0g er jorgjam in Erwägung, mie er diefelbe beffern und zu 
no) mirffamerer Mitwirkung am Kriege heranziehen könne. Da benubte der Ge- 
heime Kammerfefretär bon Fuhs*) die Gelegenheit eines Vortrages, um Friedrich 
Wilhelm einen Bericht der beiden Gejandten Blaspeil und Romsmindel vorzulegen, 
*) Derjelbe Shwang fich allmählich zu der Stellung eines einflußreichen Minifters empor. 
 

	        

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