Full text: Die Kolonieen Brandenburg-Preussens an der Westküste von Afrika 1681-1721

 
 
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Brife, mit welcher man in die Ditfee hineingefteuert hatte, völfige Windftille ein, 
fodaß die Schiffe zur Unthätigfeit verurteilt wurden. . 
Als Raule nach kurzem Aufenthalt in Colberg mieber bor den Odermündungen 
erichien, teilte er fein Gefchwaber in Drei Abteilungen: die Tregatte 
„Berlin“ follte mit der Galiote „Potsdam“ und einer Shaluppe öftlich von Stral- 
fund, die Fregatte „König von Spanien“, die Sacht „Brade” und eine Schaluppe 
auf der Weitfeite des Gats, die Fregatte „Rurprinz bon Brandenburg” endlich im 
Verein mit der Galivte „Eleve” nördlich von Rügen Freuzen. 
Zugleich war nach dem früheren Befehle des Kurfürften dafür geforgt, daß 
die enge Fühlung mit der dänifchen Flotte nicht verloren ging. Zwei in Königs- 
berg ausgerüftete Schiffe verfahen daneben die Blodade des Frilchen Haffes. 
Snzwifchen hatten fich beveutfame Ereigniffe vorbereitet. Der tapfere dänijche 
Admiral YJuel hatte mit einer Flotte von 18 Schiffen den Schweben Die michtige 
Snfel Gotland abgenommen, worauf diefe eine gewaltige Flotte von 44 großen 
und einer Anzahl fleinerer Schiffe ausrüfteten und durch einen mwuchtigen Angriff 
ihr früheres Uebergewicht im baltifchen Meere mwieberherzuftellen verfuchten. In 
alfer Eile gelang e3 Suel, fein Gefchwaber menigftens auf 25 Kriegsfchiffe zu 
vermehren und auch die Unterftügung des Holländifchen Admiral® Tromp mit 
einigen Schiffen zu gewinnen, 
Um 5. Suni waren die verbünbeten Geehelden zwifchen Bornholm und Rügen 
mit der übermächtigen Flotte ver Schweden zufammengejtogen. Bemundernsmerte 
Kriegstunft und unvergleichliche Tapferkeit entfehieden die Schladt zu Gunjten der 
Dänen. Die Niederlage der Schweden mar eine jo vollitändige, daß fie 14 ihrer 
Fahrzeuge, darunter ihr Womiralfciff, verloren und den Reft nur Durch eilige 
Flucht retten fonnten. 
Naule hatte infolge der oben mitgeteilten Verwendung jeiner fleinen Flotte 
bereit3 eine Anzahl Fahrzeuge, welche Die Blodade der Tchmedifch-pommerfchen 
Küfte Hrechen wollten, aufgebracht, als ihn der gewaltige Gefhühbonner jener 
Seefhlat veranlapte, mit den Fregatten „Berlin" und „König von Spanien“ 
fowie der Galiote „Elfeve“ meiter in See zu ftehen und fih zu etwa nötigem Ein- 
greifen bereit zu halten. Da werben die fchmedifche Fregatte „Veopard“ mit 22 
und ein Brander mit 8 Kanonen von der feindlichen Hauptflotte abgevrängt. Sofort 
padt fie das Ffleine brandenburgifche Gejchwaber, ein Kampf entfpinnt fi, und 
nachdem auf jehmebifcher Geite 5, auf brandenburgifcher 2 Mann geblieben find, 
merden die feinplichen Schiffe erobert, 
Am 7. Juni mittags 1 Uhr erfolgte ihre Einbringung in den Hafen von Col- 
berg; fie trugen an der Spike des Hauptmaftes die brandenburgifche, darunter 
die Tchwebifche Flagge. Lautes Frohloden brach unter der ftäntifchen Venölferung 
aus, welche am Hafen zufammengeftrömt war, und erneuerte fich, al3 die fchmedifchen 
Gefangenen, 80 an der Zahl, an Land gebracht wurden. 
h en ms Mi m Ei Ser jo emfig gepflegten und 
ernifje un tpermärtigfeiten mit unerfchü i 2 
gleiteten Unternehmens! : m: He 
Man kann fich denken, welche Genugthuung Vriedrih Wilhelm felbit empfand, 
al3 das Ereignis ihm gleichzeitig durch einen Bericht des Kommilfars Neuhaus 
und des Marinebireftors Raule mitgeteilt wurde. 2 ' ah 
 

	        

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