Full text: Direktive zur Arbeit mit dem Lehrplan für das Fach Biologie

Deutsche Demokratische Republik 
Ministerium für Volksbildung 
HA Unterricht und Erziehung 
Direktive 
zur Arbeit mit dem Lehrplan für das Fach 
Biologie 
Schuljahr 1955/56 
Vorwort 
Die allgemeinbildenden Schulen haben gegenwärtig die Aufgabe, vor allem 
die Schüler landwirtschaftlicher Gebiete besser für die künftige Arbeit in 
vielen neuen landwirtschaftlichen Berufen (Traktoristen, Agronomen, Zoo- 
techniker, Facharbeiter und Facharbeiterinnen für den Acker- und Pflan- 
zenbau, für die Saatzucht, Tierzucht u. a.) vorzubereiten. 
Der gegenwärtig gültige Lehrplan und die Lehrbücher berücksichtigen 
diese Forderung noch nicht in genügendem Maße. Es ist darum notwendig, 
Korrekturen am Lehrplan vorzunehmen und dem Lehrer Hinweise für die 
Verbesserung seiner Unterrichtsarbeit zu geben. Die Ausführungen in der 
Empfehlung sollen dem Lehrer helfen, vor allem folgende Gesichtspunkte 
bei der Planung und Durchführung des Biologieunterrichts in der Mittel- 
stufe zu berücksichtigen: 
1. Die polytechnische Bildung ist wesentlich zu verstärken; der Schul- 
gartenarbeit ist größte Aufmerksamkeit zu widmen. Die praktische 
Arbeit im Schulgarten soll dazu beitragen, das Interesse der Schüler für 
landwirtschaftliche Berufe zu wecken. Die Schüler sollen praktische 
Fertigkeiten auf den Gebieten des Gartenbaus und der Landwirtschaft 
gewinnen. Sie sind zu der Erkenntnis zu führen, daß die Anwendung 
moderner Arbeitsgeräte und -methoden der Arbeitserleichterung dient 
und für die Verbesserung des Lebens unseres Volkes notwendig ist 
sowie für die Weiterentwicklung und Stärkung unserer Volkswirtschaft 
große Bedeutung hat. 
. Bei der Behandlung biologischer Stoffe, vornehmlich auf Exkursionen 
und bei Beobachtungen in der freien Natur, bei der praktischen Be- 
schäftigung mit Naturobjekten, sind die vielfältigen und vielseitigen 
Beziehungen zu naturkundlichen Erscheinungen und Vorgängen stärker 
als bisher für die Erziehung der Schüler zur Heimatliebe zu nutzen. Es 
kommt besonders darauf an, neben der Übung des Beobachtens und der 
Freude an der praktischen Tätigkeit, am Forschen und Experimentieren, 
den engen gefühlsbetonten Kontakt der Schüler mit Pflanzen und Tieren 
ihrer Umgebung zu fördern und den Gedanken des Tier- und Pflanzen- 
schutzes in den Kindern fest zu verankern. 

	        

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