Full text: Direktive (vorläufiger Lehrplan) für den Biologieunterricht

 
 
 
 
 
 
 
forderungen über die in der Direktive festgelegten Forderungen hinaus. 
Dies trifft besonders auf das „Lehrbuch der Biologie für das 11. Schul- 
jahr, Anthropologie“, zu. 
Um Überforderungen der Schüler zu vermeiden, ist es notwendig, daß 
sich der Lehrer bei der Gestaltung und Durchführung des Unterrichts 
stets von den Angaben der Direktive leiten läßt. 
Durch die in der vorliegenden Direktive im Vergleich zum bisher gültigen 
Lehrplan durchgeführten Stoffkürzungen und Änderungen erhält der 
Lehrer die Möglichkeit, seine Bildungs- und vornehmlich seine Er- 
ziehungsarbeit weiter ‚zu verbessern. 
Dabei sind folgende Hinweise zu beachten: 
1H 
Der Biologieunterricht soll die Schüler mit den Erscheinungen und 
‚Vorgängen in der belebten Natur bekanntmachen, sie zur Erkenntnis 
der Gesetzmäßigkeit der Entwicklung und des dialektischen Zu- 
sammenhangs der lebenden Organismen mit ihren Lebensbedingun- 
gen führen und ihnen einen festen Grundbestand an anwendbarem 
biologischen Wissen vermitteln. 
Zur Erfüllung dieser Aufgabe ist es nicht erforderlich, möglichst 
viele Einzelheiten zu behandeln; vielmehr ist es notwendig, sich stoff- 
lich zu beschränken und zu beachten, daß das vermittelte Wissen 
verstanden und das biologische Denken der Schüler entwickelt wird. 
Weit stärker als bisher kommt es darauf an, auch im Biologieunter- 
richt an Oberschulen in erster Linie von den Naturobjekten, von den 
Erscheinungen und Vorgängen in der heimatlichen Flora und Fauna 
auszugehen und den Unterricht interessant und erlebnisbetont zu 
gestalten. Das bedeutet, vornehmlich solche Unterrichtsverfahren 
anzuwenden, bei denen die unmittelbare Anschauung der Unterrichts- 
gegenstände, die Anschauung am lebenden Objekt, im weiten Umfang 
berücksichtigt werden kann (Beobachtungen, Untersuchungen, Ver- 
suche, Demonstrationen, Exkursionen und praktische Arbeiten). 
Zur rationellen Gestaltung und Durchführung von Exkursionen, 
Unterrichtsgängen und Besichtigungen ist es ratsam, möglichst 
mehrere Aufgaben (auch solche thematisch unterschiedlicher Art) auf 
einer Veranstaltung zu lösen. 
Unterrichtsgegenstände, die der unmittelbaren Anschauung nicht zu- 
gänglich sind, sind möglichst durch Abbildungen, Tafeln, Skizzen, 
Präparate, Modelle, Sammlungen, Diapositive und Filme zu. veran- 
schaulichen, um den Schülern auch von diesen Objekten klare Vor- 
stellungen zu vermitteln. 
Bei Beachtung dieser Hinweise ist es möglich, ein nur verbales 
Registrieren von einzelnen Fakten der biologischen Erscheinungen 
und Vorgänge zu vermeiden. 
Durch die Beobachtungen in der heimatlichen Natur, durch die prak- 
tische Beschäftigung mit Naturobjekten und die Freude am Forschen 
und Experimentieren, am Erkennen der Näturvorgänge, wird der 
enge gefühlsbetonte Kontakt der Schüler mit Pflanzen und Tieren 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

	        

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