Full text: Lehrplan für den Biologieunterricht der Vorbereitungsklassen 9 und 10 zum Besuch der Erweiterten Oberschule

 
in den Unterricht einbezieht. Dabei kommt es auf eine gut motivierte und 
parteiliche Gestaltung des Unterrichts an, die den Schüler anspricht und seine 
innere Position wirksam beeinflußt. 
Weiterhin ist es im Biologieunterricht erforderlich, den Schülern die Anwen- 
dung theoretischer Erkenntnisse in der Praxis an Beispielen nachzuweisen. 
Das gilt z. B. für die Anwendung der Erkenntnisse von der Biologie des Men- 
schen auf Fragen der gesunden Lebensweise und des hygienischen Verhaltens, 
für die Anwendung der Erkenntnisse über Vererbung und Veränderung auf 
Probleme der weiteren Entwicklung unserer Landwirtschaft und der Medizin. 
Auf diese Weise kann besonders gut die Rolle der Biologie als Produktiv- 
kraft herausgearbeitet werden. Dadurch sollen die Schüler befähigt werden, 
ihr Wissen und Können im Leben anzuwenden. Die entsprechenden Forderun- 
gen sind in die Stoffpläne eingearbeitet. 
Darüber hinaus ist den Schülern bewußt zu machen, daf die theoretischen 
Grundlagen, die sie sich aneignen, das Ergebnis eines langen Erkenntnispro- 
zesses der menschlichen Gesellschaft sind. An Beispielen sind besonders das 
schnelle Fortschreiten der menschlichen Erkenntnisse in der Gegenwart (z. B. 
Zellenlehre) und auch! der Weg des Erkenntnisprozesses zu zeigen. 
Das im Biologieunterricht vermittelte Wissen und Können ist ein bedeuten- 
der Bestandteil der naturwissenschaftlichen Bildung, die sich die Schüler bis 
zur Klasse 10 aneignen sollen. 
Besonders enge Beziehungen bestehen zwischen dem Biologie-, Physik- und 
Chemieunterricht. Die Schüler sollen erkennen, daß chemische und physika- 
lische Gesetzmäßigkeiten auch im biologischen Bereich wirksam sind. Der Un- 
terricht ist so zu gestalten, daß die Schüler bei dem in den naturwissen- 
schaftlichen Fächern vermittelten Wissen die fachübergreifenden Beziehungen 
erkennen und damit die Natur als Ganzes begreifen. 
Darum ist es erforderlich, auch im Biologieunterricht die Beziehungen zu den 
anderen naturwissenschaftlichen Fächern herzustellen. 
So ist z. B. auf die Vorleistungen aus dem Physik- und Chemieunterricht zu- 
rückzugreifen. Dort vermittelte Begriffe und Kenntnisse über Gesetzmäßig- 
keiten sind in den Unterricht einzubeziehen, zu erweitern bzw. auf die biolo- 
gischen Sachverhalte anzuwenden. Andererseits werden im Biologieunterricht 
Vorleistungen für andere naturwissenschaftliche Disziplinen erbracht (z. B. bei 
der Behandlung des Stoff- und Energiewechsels für den Chemieunterricht). 
In gleicher Weise sind Beziehungen zu den gesellschaftswissenschaftlichen Dis- 
ziplinen, besonders zur Staatsbürgerkunde und Geschichte, herzustellen. So 
hilft der Biologieunterricht philosophische Verallgemeinerungen des Staats- 
bürgerkundeunterrichts vorzubereiten. 
In den Vorbemerkungen zu den. einzelnen Stoffgebieten sind Vorleistungen 
und herzustellende Beziehungen im einzelnen ausgewiesen. Das erfordert 
eine enge Abstimmung zwischen den jeweiligen Fachlehrern. 
Der Lehrer soll bei der Planung des Unterrichts auch die vielfältige Betäti- 
gung seiner Schüler auf biologischem Gebiet in der außerunterrichtlichen Zeit 
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