Full text: Lehrplan für Biologie

Bei der Behandlung von „Bau und Funktionen des Laubblattes“ lernen die 
Schüler die Regelung des Gasaustausches der Pflanze vermittels der 
Schließzellen kennen. (Der Schließmechanismus wird nicht näher erklärt.) 
Dabei ist die Erkenntnis der allgemeinen Bedeutung von Regelungsvor- 
gängen für die relative Stabilität lebender Systeme gegenüber Verän- 
derungen weiter zu vertiefen. 
Durch einen „Vergleich zwischen Pflanzen und Tieren“ wird die Kenntnis 
allgemeinbiologischer Gesetzmäßigkeiten erweitert. 
Im Abschnitt „Stoff- und Energiewechsel pflanzlicher Zellen“ lernen die 
Schüler die Photosynthese als den bedeutsamsten autotrophen Assimila- 
tionsvorgang kennen. Die Reaktionsschritte der Photosynthese werden den 
Schülern zur Information mitgeteilt. Die Schüler sollen begreifen, daß 
Lichtenergie mit Hilfe des Chlorophylis in chemische Energie verwandelt 
wird und eine Reduktion des Kohlendioxids der Luft zu Kohlenhydrat 
erfolgt. Die katalytische Bildung von Stärke und Zellulose, von Fetten und 
Eiweißen sollen die Schüler den Assimilationsvorgängen zuordnen. Sie 
sollen erkennen, daß die dafür erforderliche Energie durch Dissimilation 
gewonnen wird. Kenntnisse über die Atmung werden wiederholt und da- 
durch vertieft, daß die Schüler das Energietransformationssystem kennen- 
lernen. Die Gärung, die bereits bei der Behandlung der Stoffwechselvor- 
gänge im Muskel (Biologie Klasse 8) erwähnt wurde, lernen sie nunmehr, 
gestützt auf erweiterte Kenntnisse aus dem Chemieunterricht (Chemie 
Klasse 9, „2.1. Alkanole und Phenol“), als weiteren Dissimilationsvorgang 
kennen. Unter Bezug auf den Chemieunterricht soll lediglich die Gleichung 
der alkoholischen Gärung als reproduzierbares Wissen verlangt werden. 
Weitere Gärungsgleichungen werden den Schülern zur Information mit- 
geteilt. Sie sollen aus den Gleichungen erkennen, daß es Gärungsvorgänge 
unter aeroben und anaeroben Bedingungen gibt, und daß jede Gärung 
durch Ausgangsstoffe, Enzym, Endprodukt und die frei werdende Energie 
charakterisiert ist. 
Bakterien und Pilze sollen die Schüler als Gärungsorganismen kennen- 
und in ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt und für die Volkswirt- 
schaft einschätzen lernen. 
Der dieses Stoffgebiet abschließende Abschnitt „Wiederholung und Syste- 
matisierung zum Stoff- und Energiewechsel“ hat vor allem die Aufgabe, 
die Schüler zur Erkenntnis wesentlicher Beziehungen zwischen Pflanzen 
und Tieren zu führen und darüber hinaus zu weltanschaulich-philosophi- 
schen Erkenntnissen, wie sie als Ziel des Unterrichts in diesem Stofigebiet 
genannt worden sind. 
1.1.1. Einführung (4 Std.) 
Übersicht über das Pflanzenreich 
Unterscheiden von Pflanzen und Tieren: 
Pflanzenzelle (Zellmembran zur Zellwand verstärkt) 
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