Full text: Lehrplan für Biologie

1. Genetik 19 Stunden 
Im Unterricht dieser Stoffeinheit werden den Schülern Kenntnisse über 
die molekularen Grundlagen der Vererbung, die Gesetzmäßigkeiten der 
Vererbung, die Veränderung von Erbanlagen und über das Vererbungs- 
geschehen beim Menschen vermittelt. Dabei sollen die Schüler erkennen, 
daß erst die genetische Forschung der Gegenwart die molekularen Grund- 
lagen des Vererbungsgeschehens erforscht. Der Einblick, den die Schüler 
in die Molekulargenetik erhalten, soll sie in der Überzeugung von der 
prinzipiellen Einheit des Lebens auf der Erde weiter bestärken. 
Im Stoffabschnitt „1.1. Einführung“ ist den Schülern, gestützt auf ihr 
biologisches Wissen, bewußtzumachen, daß trotz des ständigen Wechsels 
der Stoffe in den Zellen der Individuen, dem Wechsel ihrer Zellen und 
dem Wechsel der zu einer Art gehörenden Individuen selbst die Arten 
relativ konstant sind.(Diese relative Konstanz sollen die Schüler auf 
Enzyme und deren relative Konstanz als Polypeptide zurückführen. Durch 
Anwendung der im Chemieunterricht erworbenen Kenntnisse über den 
Polypeptidaufbau (Spezifität der Enzyme bestimmt durch die Reihenfolge 
der Aminosäuren im Eiweißmolekül) sollen sie als Lösung für den Wider- 
spruch — Wechsel der Stoffe, Konstanz der Enzyme — das Vorhandensein 
einer Information (Erbinformation) für den spezifischen Enzymaufbau 
in jeder Zelle postulieren. 
Im Stoffabschnitt „1.2. Struktur und Funktion der Erbanlagen“ sollen die 
Schüler die Lösung des in der „Einführung“ erkannten Problems erfah- 
ren. Dabei muß die im Stoffteil getroffene Beschränkung der zu dauer- 
haftem Besitz beziehungsweise zur Information anzueignenden Fakten 
und Zusammenhänge streng eingehalten werden. Die Charakterisierung 
und Bezeichnung der chemischen Bestandteile der Nukleinsäuren sind den 
Kenntnissen der Schüler entsprechend zu wählen: Monomere des poly- 
meren DNS-Moleküls — Nukleotide. 
Bau und Funktion der Nukleinsäuren sollen die Schüler im Zusammen- 
hang kennenlernen. Die Codierung der Erbinformation, das Wirksam- 
werden der Erbanlagen beim Stoffwechsel und die Weitergabe der Erb- 
information der DNS von Zelle zu Zelle müssen die Schüler im Prinzip 
mit Hilfe von Erkenntnismodellen verstehen. 
Nunmehr können die Viren behandelt werden, die eine genetische Infor- 
mation in Gestalt eines Nukleinsäuremoleküls, aber keinen eigenen Stoff- 
wechsel besitzen. Die Behandlung der Viren ist in den Gesamtzusam- 
menhang Genetik einzuordnen. Das ist auch bei der Information über die 
Viren als Krankheitserreger zu berücksichtigen. 
Der Stoffabschnitt „1.3. Verteilung der Erbanlagen“ enthält zwei Schwer- 
punkte: die Zellteilung und die Mendelschen Gesetze, 
Bei der Zellteilung sollen die Schüler Mitose und Meiose unterscheiden 
und auf der Grundlage der molekularen Vorgänge verstehen. Sie sollen 
die Bedeutung der Zellteilung für das Leben der Organismen erkennen. 
Ein Ausblick auf das Zusammenwirken der Allele bei der Merkmalsaus- 
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