Full text: Klassen 7 bis 10 (1985)

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1. Genetik L 19 Stunden 
Im Unterricht dieser Stoffeinheit werden den Schülern Kenntnisse über 
die molekularen Grundlagen der Vererbung, die Gesetzmäßigkeiten der 
Vererbung, die Veränderung von Erbanlagen und über das Vererbungs- 
geschehen beim Menschen vermittelt. Dabei sollen die Schüler erkennen, 
daß erst die genetische Forschung der Gegenwart die molekularen Grund- 
lagen des Vererbungsgeschehens erforscht. Der Einblick, den die Schüler 
in die Molekulargenetik erhalten, soll sie in der Überzeugung von der 
prinzipiellen Einheit des Lebens auf der Erde weiter bestärken. 
Im Stoffabschnitt „l.1.Einführung“ ist den Schülern, gestützt auf ihr bio- 
logisches Wissen, bewußtzumachen, daß trotz des ständigen Wechsels der 
Stoffe in den Zellen der Individuen, dem Wechsel ihrer Zellen und dem 
Wechsel der zu einer Art gehörenden Individuen selbst die Arten relativ 
konstant sind. Diese relative Konstanz sollen die Schüler auf die relative 
Konstanz der Polypeptide zurückführen. Durch Anwendung der im Che- 
mieunterricht erworbenen Kenntnisse über den Polypeptidaufbau (Spezi- 
fität bestimmt durch die Reihenfolge der Aminosäuren im Eiweißmole- 
kül) sollen sie als Lösung für den Widerspruch — Wechsel der Stoffe und 
Individuen, Konstanz der Eiweiße — das Vorhandensein einer Information 
(Erbinformation) für den spezifischen Eiweißaufbau in jeder Zelle postu- 
lieren. 
Im Stoffabschnitt „1.2. Struktur und Funktion der Erbanlagen“ sollen die 
Schüler die Lösung des in der „Einführung“ erkannten Problems erfah- 
ren. Dabei muß die im Stoffteil getroffene Beschränkung der zu dauerhaf- 
tem Besitz beziehungsweise zur Information anzueignenden Fakten und 
Zusammenhänge streng eingehalten. werden. Die Charakterisierung und 
Bezeichnung der chemischen Bestandteile der Nukleinsäuren sind den 
Kenntnissen der Schüler entsprechend zu wählen: Monomere des polyme- 
ren DNS-Moleküls — Nukleotide. 
Bau und Funktion der Nukleinsäu 
hang kennenlernen. Die Kodierung 
den der Erbanlagen beim Stoffwechsel und 
formation der DNS von Zelle zu Zelle müssen 
Hilfe von Erkenntnismodellen verstehen. 
ehandelt werden, die eine genetische Infor- 
moleküls, aber keinen eigenen 
Viren ist in den Gesamtzusam- 
ch bei der Information über die 
ren sollen die Schüler im Zusammen- 
der Erbinformation, das Wirksamwer- 
die Weitergabe der Erbin- 
die Schüler im Prinzip mit 
Nunmehr können die Viren b 
mation in Gestalt eines Nukleinsäuren 
Stoffwechsel besitzen. Die Behandlung der 
menhang Genetik einzuordnen. Das ist au 
Viren als Krankheitserreger zu berücksichtigen. 
Der Stoffabschnitt „1.3. Verteilung der Erbanlagen“ enthält zwei Schwer- 
punkte: die Zellteilung und die Mendelschen Gesetze. 
Bei der Zellteilung sollen die Schüler Mitose und Meiose unterscheiden 
und auf der Grundlage der molekularen Vorgänge verstehen. Sie sollen 
die Bedeutung der Zellteilung für das Leben der Organismen erkennen. 
Ein Ausblick auf das Zusammenwirken der Allele bei der Merkmalsaus- 
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