Full text: Lehrplan Biologie

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Formenvielfalt und ihren Farbenreichtum gewinnen die Schüler einen nachhaltigen 
Eindruck von der Schönheit der Natur. Dazu sind insbesondere die den Schülern be- 
reits bekannten Frühblüher in den Unterricht einzubeziehen. Durch die enge Bezie- 
hung zum Naturobjekt wird die Entwicklung’ der Sippenkenntnis der Schüler gefördert 
und ihre gefühlsmäßigen Bindungen an die Heimat gefestigt. In diesem Zusammen- 
hang werden die Schüler zum verantwortungsbewußten Verhalten gegenüber den 
Pflanzen und deren Lebensraum erzogen. 
Die Schüler erkennen, daß die Samenpflanzen bei aller Vielfalt der Erscheinung Ge- 
meinsamkeiten im Hinblick auf Bau und’ Lebenserscheinungen aufweisen. Auch bei 
der Erarbeitung der Lebenserscheinungen der Samenpflanzen ist ein enger Bezug zum 
lebenden Objekt herzustellen. 
Bei der Behandlung der Ernährung und Fortpflanzung von Samenpflanzen wird auf 
dem Wissen und Können der Schüler über diese Lebenserscheinungen bei Wirbeltie- 
ren aufgebaut. Die Kenntnisse der Schüler über die Ernährung werden erweitert. Sie 
lernen, daß Samenpflanzen Wasser und Nährsalze durch die Wurzeln aus dem Boden 
und Kohlendioxid durch die Laubblätter aus der Luft aufnehmen. Sie sollen begreifen, 
daß grüne Pflanzen aus Wasser, Kohlendioxid und Nährsalzen, Zucker, Stärke und 
Fett bilden und, daß diese Stoffe in Pflanzenteilen gespeichert werden. Physiologische 
Kenntnisse über die Photosynthese gehören dabei nicht zum Unterrichtsstoff dieser 
Klassenstufe. 
Gestützt auf die Kenntnisse über den Bau der Blüte lernen die Schüler die geschlecht- 
liche Fortpflanzung der Samenpflanzen kennen. Im Vergleich zur Fortpflanzung der 
Wirbeltiere erkennen sie, daß auch bei Samenpflanzen Eizellen und Samenzellen aus- 
gebildet werden und eine Befruchtung stattfindet. An konkreten Beispielen, insbeson- 
dere bei der Behandlung von Bestäubungsformen, erhalten die Schüler einen Eindruck 
darüber, wie Samenpflanzen an ihre Umwelt angepaßt sind. 
Ausgehend von der Vielfalt der Blütenformen bei Samenpflanzen lernen die Schüler 
an Hand der Anzahl und Anordnung der Blütenteile Kreuzblütengewächse von ande- 
ren Pflanzenfamilien zu unterscheiden. Damit werden zugleich ihre bei der Behand- 
lung der Wirbeltiere erworbenen Einsichten in Verwandtschaftsbeziehungen gefestigt 
und vertieft. Anstelle der im Lehrplan ausgewiesenen Kreuzblütengewächse kann 
auch eine andere Pflanzenfamilie behandelt werden, wenn dadurch unter Berücksich- 
tigung der territorialen Bedingungen die Unterrichtsziele besser erreicht werden kön- 
nen. 
Der Lehrer soll die günstigen jahreszeitlichen Bedingungen dafür nutzen, den Schü- 
lern Samenpflanzen verschiedener Pflanzenfamilien vorzustellen und damit ihre Ar- 
tenkenntnis zu erweitern. Bei der Behandlung von Vertretern der Kreuzblütenge- 
wächse ist auf ihre Bedeutung als Kultur-, Zier- und Wildpflanzen einzugehen. 
In enger Verbindung mit dem Erwerb grundlegenden Wissens entwickeln die Schüler 
ihre Fähigkeiten im genauen und sorgfältigen Beobachten biologischer Objekte weiter. 
Im Mittelpunkt stehen dabei das Erkennen von Vertretern der Samenpflanzen am Er- 
scheinungsbild. \ 
Zur Festigung und Anwendung des Wissens über Samenpflanzen sowie der Sippen- 
kenntnisse sind entsprechend den konkreten Bedingungen in der Klasse und den Mög- 
lichkeiten des Territoriums Unterrichtsgänge in die Umgebung der Schule durchzu- 
führen. Empfohlen wird das Beobachten der Vielfalt der Samenpflanzen, ihrer 
Angepaßtheit an die Lebensräume sowie an die Bestäubungsformen. 
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