Full text: Schulbuchforschung in Europa - Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektive

 
 
sen. Als Basis dienten einerseits die Bestandsverzeichnisse von zehn vorwiegend in 
Schulmuseen beheimateten Schulwandbilder-Sammlungen in Deutschland sowie die 
deutschsprachigen Bestände der Dänischen Pädagogischen Bibliothek Kopenhagen; 
andererseits stützen sich die Erhebungen auf die einschlägigen Textquellen, vor allem 
Lehrmittelkataloge und -zeitschriften. Zu fast 8.000 Datensätzen stehen auch Bildanbin- 
dungen zur Verfügung. 
Zur Zeit wird ein benutzerfreundliches EDV-Programm für die wissenschaftliche und 
museale Nutzung dieser Daten erstellt, das ab Mitte 2003 über die neu gegründete For- 
schungsstelle für Schulwandbilder am Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Universität 
Würzburg verfügbar ist.’ Diese Spezialdatenbank über schulische Anschauungsbilder 
soll in den nächsten Jahren kontinuierlich ergänzt und erweitert und mittelfristig auch 
auf europäische Ebene ausgedehnt werden. Die Würzburger Forschungsstelle soll dabei 
als Zentrum fungieren und — soweit es die Ressourcen erlauben — diejenigen Funktionen 
übernehmen, die auf dem Sektor der Schulbuchforschung seit langem vom Georg- 
Eckert-Institut und seit 1997 von der „Arbeitsstelle für Schulbuchforschung“ am Lehr- 
stuhl für Schulpädagogik der Universität Augsburg sowie der „Internationalen Gesell- 
schaft für historische und systematische Schulbuchforschung e.V.“ wahrgenommen 
werden (vgl. Wiater 2002). 
Erforschung der Entstehungs- und Produktionsbedingungen 
Im Unterschied zu Schulbüchern sind die für die Gestaltung und Herstellung von Schul- 
wandbildern maßgeblichen Faktoren und Bedingungen kaum erforscht. Von wem gingen 
die Initiativen für die Bilder aus? Waren es in erster Linie Verlage, Schulpraktiker, 
Künstler, Schulverwaltungsbehörden oder sonstige gesellschaftliche Institutionen? 
Wer war an der Entstehung und Herstellung beteiligt und welchen Einfluß übten diese 
Personen und Institutionen auf die inhaltliche und formale Gestaltung aus? Welche 
kommerziellen Erwartungen und Möglichkeiten waren damit verbunden? 
Solche und andere Fragen lassen sich bisher nur für Einzelfälle beantworten s Genera- 
lisierbare Aussagen sind daraus nicht abzuleiten. Sie wären aber erforderlich, um Schul- 
wandbilder adäquater interpretieren zu können, z.B. im Hinblick auf die mit ihnen ver- 
knüpften künstlerischen Ansprüche, ihr fachwissenschaftliches Niveau und den ihnen 
beigemessenen politischen Stellenwert. Bislang liegen lediglich Indizien vor, die darauf 
hindeuten, daß Schulwandbilder inhaltlich und gestalterisch in hohem Maße auch von 
politisch-ideologischen Interessen beherrscht waren, und daß didaktisch-methodische 
 
Informationen über die „Forschungsstelle Schulwandbilder“ 
Lehrstuhl für Schulpädagogik der Universität Würzburg pos 
erhältlich. 
Zu diesen Einzelfällen gehören z.B. einige Schulwandbilder-. 
Pflanzen 1997), das „Schweizer Schulwandbilder-Werk“ 
nige Beispiele aus dem Tellus-Verlag Essen 
Anfang des 20. Jahrhunderts (Uphoff 2002) 
sowie über die Gesamtdokumentation sind am 
talisch oder über die Homepage des Lehrstuhls 
Serien zur Naturkunde (vgl. von Tieren und 
(vgl. Kunst zwischen Stuhl und Bank 1996), ei- 
(vgl. Koch 1985) und der künstlerische Schulwandschmuck 
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