Full text: Schulbuchforschung in Europa - Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektive

rastiven Erscheinungen hingewiesen, wenn nötig werden diese auch erklärt. Richtige 
grammatische Regelerklärungen bekommen die Schüler erst in der Oberstufe, auch dort 
erst in der 7. — 8. Klasse. Nicht in allen Schulen, nicht bei allen Lehrern kann man dieses 
Engagement beobachten. Selbstverständlich ist es einfacher die Regeln ganz schnell zu 
erklären, dann ein paar Übungen aus dem Buch zu machen und sie dann irgendwie zu 
kontrollieren. Auch so können sich die Schüler die Grammatik aneignen. Nur die Kom- 
munikativität (die Kommunikation) geht verloren. 
Es gibt aber auch solche Antworte, wie z. B.: 
In der letzten Zeit gibt es in Ungarn immer mehr Lehrbücher auf Deutsch, die von 
Ungarn oder von einer Arbeitsgruppe deutscher und ungarischer KollegInnen geschrie- 
ben wurden und werden. Das macht einen optimistisch. Es zeigt, dass die deutschen 
Kollegen in Kauf genommen haben, dass die in Deutschland herausgegebenen Bücher — 
seien sie noch so ausgezeichnet — nicht immer unter den ungarischen Verhältnissen zu 
gebrauchen sind. Die ungarischen KollegInnen haben eingesehen, dass auch sie etwas 
für ein gutes oder brauchbares Lehrwerk tun müssen. Wenn diese Arbeit in „Kooperati- 
on“ zustandekommt, bekanntgemacht, ausprobiert und auch evaluiert wird, dann ist 
schon festzustellen, dass es nicht nur der Beginn eines Prozesses, sondern ein Prozess ist, 
der hoffentlich nie ein Ende hat. Tiefgreifendere Lehrbuch-/ Lehrwerkforschungen sind 
auch in Ungarn im Gange. Neue Lehrbücher/ Lehrwerke für den Deutsch-als- 
Fremdsprache/ Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht in der Unterstufe herauszugeben 
wird durch mehrere Faktoren erschwert. Auf die Analyse der heute gebrauchten Lehr- 
werke (Lehrbücher) wird nicht verzichtet. Die Veröffentlichung von deren Analyse ist 
eine Aufgabe in der nahen Zukunft. 
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